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UNESCO-Konferenz in Baku: So wird ein Monument zum Welterbe

UNESCO-Konferenz in Baku: So wird ein Monument zum Welterbe
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In Aserbaidschans Hauptstadt Baku hat die 43. Konferenz des UNESCO-Welterbekomitees stattgefunden. Während zehn Tagen wurde eine Bestandsaufnahme der geschützten Stätten durchgeführt, außerdem wurden neue Stätten für die Liste nominiert. Mehr als 2.500 Delegierte, Ausschussmitglieder und Experten nahmen an dem alljährlichen Forum teil.

Bakus Altstadt selbst ist UNESCO-Weltkulturerbe - mit ihren engen Gassen, dem Palast der Schirwanschahs und dem Jungfrauenturm.

Wer kann sich bewerben?

Mechtild Rössler, Direktorin des Welterbezentrums der UNESCO:

"Die Welterbekonvention ist eine rechtliche Grundlage, die von 193 Ländern unterzeichnet wurde. Es können auf der Konferenz also nur diese Vertragsstaaten bedeutende Stätten in einem Nominierungsverfahren präsentieren. Manchmal drängen aber auch lokale Gemeinschaften, NGOs und Verbände auf die Nominierung spezieller Stätten - die Zivilgesellschaft ist also ebenfalls beteiligt. Wichtigstes Kriterium ist: Die Stätte muss von außergewöhnlich universellem Wert sein."

Dieses Jahr wurden 29 neue Stätten aufgrund ihres Kultur- und/oder Naturerbes in die Liste aufgenommen - darunter Babylon. Heute im Irak gelegen, war Babylon eines der sieben Weltwunder der Antike und Hauptstadt des neubabylonischen Reiches. Ebenfalls dabei sind die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoři und das historische Wassermanagement-System in Augsburg.

Die Aufnahme hat ihre Vorteile: Mehr Touristen und größere Bekanntheit. Doch die Staaten sind auch für den Erhalt der Stätten verantwortlich .

"Wir müssen allen Empfehlungen der internationalen Gemeinschaft folgen, um die Gegebenheiten vor Ort zu verbessern und die Stätten noch schützenswerter zu machen", so der Kulturminister Aserbaidschans, Abulfas Garayev. "Wir müssen sicherstellen, dass die Regierung, der Staat selbst, ihr Möglichstes tun, um das Erbe zu schützen, das sie für die Liste vorschlagen."

Der Klimawandel als Gegner

Vor Ort kommt es darauf an, dass die Manager der Stätten diese Maßnahmen umsetzen. Pascall Taruvinga ist verantwortlich für Robben Island, einer Welterbestätte in Südafrika.

Eine der Herausforderungen für Taruvinga ist es, die Insel vor dem Klimawandel zu schützen:

"Als Insel sind wir auch von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Wir haben ein Ökosystem, dass die Insel erhält. Jede kleine Veränderung des Lebensraums hat auch einen Einfluss auf die Wildtiere der Insel. Außerdem sind die Gebäude betroffen. Wir müssen sie instand halten - mehr als das an anderen Stätten der Fall ist - und das ist sehr teuer."

Gefährdete Welterbestätten

Klimawandel, Entwicklungspläne oder bewaffnete Konflikte können dazu führen, dass eine Stätte in die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen wird. Aufgrund des Krieges im Jemen gehört dessen Hauptstadt Sanaa dazu.

Dieses Jahr hat das UNESCO-Komitee 53 gefährdete Welterbestätten ins Visier genommen. Auf dieser Liste zu stehen mag für einige entmutigend erscheinen, ist aber laut UNESCO nur ein Hilfsmittel.

"Die Liste der gefährdeten Welterbestätten wurde in die Welterbekonvention aufgenommen, um diesen Ländern zu helfen, mehr finanzielle Mittel zu bekommen und ein größeres Bewusstsein für den Zustand der Stätten zu schaffen", so Rössler. "Es ist also eigentlich eine Stützungsmaßnahme für die jeweilige Stätte und keine schwarze Liste."

Für die Manager der Stätten gibt es spezielle Fortbildungen mit dem Titel "Erste Hilfe für das kulturelle Erbe in Krisenzeiten". Dort lernen sie, zu reagieren, sollte ihre Stätte auf der Liste des gefährdeten Welterbes landen.

Mehr als 1000 Kultur- und Naturstätten stehen auf der UNESCO-Welterbeliste. 2020 tagt das Welterbekomitee im chinesischen Fuzhou.