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Frankreich will Digitalsteuer für Internetriesen

Frankreich will Digitalsteuer für Internetriesen
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AFP
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Amazon, Facebook, Google - Internetgiganten, die hohe Einnahmen erzielen. Ihren Hauptsitz haben die Firmen jedoch in sogenannten Steueroasen, wie beispielsweise Irland oder Luxemburg

Gegen diese Steuertricks will Europa entschiedener vorgehen. Besonders Frankreich pocht auf eine schnelle Lösung. Paris schlägt nun eine Steuer von drei Prozent vor. Gelten soll die Steuer für Konzerne, die in Frankreich mit Datenhandel und Werbung im Internet Einnahmen erzielen. Dies soll jährlich über 750 Millionen Euro einbringen, allein 25 Millionen in Frankreich.

Französischer Finanzminister macht Druck

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire macht deutlich, dass die größten digitalen Unternehmen in Europa 14 Prozent weniger Steuern zahlen, als andere Unternehmen. Wenn jetzt jemand auf die Idee käme, Frankreich würde sich dadurch vom Rest abheben, der sei gerne daran erinnert, dass 23 von 27 EU-Mitgliedstaaten für diese Steuer sind. Sechs EU-Staaten wollen sie in die Praxis umsetzen. Auch Australien und Indien planen eine solche digitale Besteuerung einzuführen.

Für Frankreich sei dies ein "einfacher und effizienter" Plan zur Besteuerung von Internet-Giganten. Man werde nun bis Ende des Jahres bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, auf ein internationales Abkommen drängen.

Mehr Gerechtigkeit

Bruno Le Maire geht es hierbei um Gerechtigkeit, wie er sagt. Die Steuer würde nicht Unternehmen einbeziehen, die ihre eigenen Produkte direkt online verkaufen.

Betroffen sind rund 30 Konzerne, die überwiegend aus den USA, aber auch aus China und Europa stammen.

Die Einführung einer Digitalsteuer für Europa konnte im vergangenen Jahr nicht umgesetzt werden. Die EU-Finanzminister konnten sich im Dezember nicht auf eine gemeinsame Position einigen.