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Kampf der Verödung der Innenstädte

Kampf der Verödung der Innenstädte
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Nivelles, 30 Kilometer südlich von Brüssel. Eine Kleinstadt mit wallonischem Charme - zumindest bis jetzt.

Doch Nivelles leidet unter einer Verödung der Innenstadt.

Der EU-Kommission wurde jetzt eine Studie übergeben, die mehrere Wirtschaftsverbände erarbeitet haben.

Diese schlagen Alarm, denn das Phänomen ist EU-weit zu beklagen.

Die ersten Opfer seien stets unabhängige lokale Geschäftsleute, die sich nicht weitaus teureren Mieten in EInkaufsgalerien leisten könnten, sagt Jean-Luc Calonger vom Verbund der City-Geschäfte.

Dann folgten die Hauseigentümer und allgemein die Bevölkerung, denn eine Verarmung der Innenstadt wirke sich negativ auf Lebensqualität und Lebenswert aus.

Hauptschuldiger von Nivelles' City-Verödung ist dieses EInkaufzentrum, nur fünf Autominuten entfernt.

Leicht zugänglich, ohne Park-Probleme, bietet es 40 Läden Platz.

Zum Nachteil für die alteingesessenen Geschäfte in der Innenstadt.

Diese seien Kaufleute, die nicht für den Massenmarkt arbeiten wollten, sondern mit qualitativ hochwertigen Produkten einen lokalen Nischenmarkt bedienten.

Dazu gehörten vor allem Lebensmittelläden, Schlachter, Bäcker oder Fischhändler.

Dazu komme eine neue Generation von Anbietern, die ihre Aktivitäten im Internet begonnen hätten und nun zusätzlich einen richtigen Laden betreiben wollten.

Im Vorstoß, die Innenstadt wieder zu beleben, sehen die Befürworter vor allem auch eine soziale Initiative, die sich auf allen Bereichen positiv auswirken würde.

Es gehe vor allem um Arbeitsplätze in den Geschäften. Ohne Geschäfte, keine Angestellte, sagt Bernard Morvan, ein französischer Einzelhandels-Funktionär.

Seine Organisation hat an dem Bericht an die EU-Kommission mitgewirkt.

Natürlich sei das ein soziales Phänomen, denn es sei der Wille der Gesellschaft als Ganzes, die Innenstädte als Zentrum des Austausches von Waren und Ideen zwischen Anbietern und Verbrauchern zu beleben.