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30 Tote bei Meuterei in Haftanstalt

30 Tote bei Meuterei in Haftanstalt
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REUTERS/Ivan Alvarado/File Photo
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In Acarigua in Venezuela sind bei Kämpfen in einer Gefangenensammelstelle mindestens 30 Häftlinge ums Leben gekommen. Mindestens 26 weitere wurden verletzt.

Unter den Verletzten befanden sich auch 19 Beamte. Das teilte die Nichtregierungsorganisation Venezolanische Beobachtungsstelle für die Gefängnisse mit.

Häftlinge waren bewaffnet

Die Häftlinge besaßen offenbar Schusswaffen und Granaten. Damit lieferten sie sich heftige Kämpfe mit der Polizei.

"Wieder einmal ein Massaker in einer Gefangenensammelstelle der Polizei", sagte der Direktor der Beobachtungsstelle für Gefängnisse, Humberto Prado. "Wie lange müssen Gefangene noch sterben, für die der Staat Verantwortung trägt?"

Prado warf den Behörden vor, die Gefangenen viel zu lang in den Sammelstellen festzuhalten, statt sie in richtige Gefängnisse zu verlegen.

Häftlinge durften keinen Besuch empfangen

Schon seit Ostern durften die Gefangenen keinen Besuch mehr empfangen. Deswegen bekamen sie auch immer weniger Lebensmittel. Ein Wortführer der Häftlinge sollte zudem in eine andere Anstalt verlegt werden. Der Konflikt zwischen den Gefangenen und der Verwaltung zog sich über Wochen hin und endete in der tödlichen Meuterei.

Schon seit Donnerstag gab es Zusammenstöße zwischen der Polizei und den Häftlingen. Der Tod eines jungen Häftlings war dann der Auslöser für den offenen Kampf. Die ganze Nacht seien Schüsse gefallen und Explosionen zu hören gewesen, berichtete die Beobachtungsstelle für Gefängnisse.

Zustände in venezolanischen Gefängnissen schlecht

Viele Gefängnisse in Venezuela sind völlig überfüllt. Die Gefangenensammelstelle, in der die Meuterei ausbrach, ist für 300 Insassen gedacht. Zuletzt wurden dort jedoch 540 Häftlinge untergebracht.

Immer wieder kommt es in Haftanstalten in Venezuela zu blutigen Auseinandersetzungen. Im März vergangenen Jahres kamen bei Krawallen in der Gefangenensammelstelle der Polizei in Carabobo im Zentrum des südamerikanischen Landes 68 Menschen ums Leben. 2017 wurden in einer Haftanstalt im Bundesstaat Amazonas 39 Menschen getötet.

Derzeit steckt Venezuela in einer tiefen wirtschaftlichen und politischen Krise. Staatschef Nicolás Maduro und der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó liefern sich seit Monaten einen erbitterten Machtkampf. Viele Menschen hungern, die medizinische Versorgung ist weitgehend zusammengebrochen. Menschenrechtsgruppen berichten immer wieder von schweren Gewalttaten durch die staatlichen Sicherheitskräfte.