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Abtreibung: Filmbranche droht US-Staat Georgia mit Boykott

Abtreibung: Filmbranche droht US-Staat Georgia mit Boykott
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Pro-Choice“ – für die Entscheidungsfreiheit – könnte die neue "#MeToo"-Bewegung werden. Die geplanten strengen Abtreibungsgesetze im US-Staat Georgia wecken Proteste bei Filmstudios. Unter dem Namen „Y’allywood“ hat sich der US-Südstaat als kostengünstige Hollywood-Alternative etabliert. Nach Medienberichten („Yahoo!style“) hängen dort 95.000 Arbeitsplätze und 10 Milliarden Dollar (8,9 Milliarden Euro) Wirtschaftskraft von der der Filmindustrie ab.

WIRTSCHAFTLICHER DRUCK GEGEN "HEARTBEAT BILL"

Die neue Regelung in Georgia gilt als die extremste in den gesamten USA. Das Gesetz sieht den Fötus ab einem feststellbaren Herzschlag ("Heartbeat Bill") als vollwertige juristische Person an – normalerweise nach sechs Wochen. Damit kann jeder, der eine Schwangerschaft abbricht, sogar für Mord haftbar gemacht werden.

Frauen drohen Gefängnisstrafen und Mordanklagen, auch bei einer Fehlgeburt, sollte die Staatsanwaltschaft glauben, dass sie für den "Tod eines ungeborenen Kindes" verantwortlich seien.

Die Walt Disney Company überdenkt ihre Produktionen in Georgia, so Chef Bob Iger. Er glaube, dass viele Filmschaffende dann nicht mehr dort arbeiten wollen. Zuvor hatte Netflix Ähnliches bekannt gegeben.

Bob Iger, Vorstandschef The Walt Disney Company:

"Nun, ich meine, wenn das Gesetz wird, wird es sehr schwierig, dort zu produzieren, ich bezweifle eher, dass wir das machen. Viele Leute, die für uns arbeiten, werden dort nicht arbeiten wollen und wir müssen ihre Wünsche berücksichtigen. Momentan beobachten wir das sehr genau. Ich meine, es gibt Spekulationen, dass es irgendwann Anfang kommenden Jahres in Kraft treten könnte. Es wird wahrscheinlich auch vor Gericht angefochten, und das könnte es verzögern, wir gehen sorgsam und vorsichtig mit der Sache um. Aber wenn das Gesetz wird, sehe ich nicht, wie wir dort weiter drehen können."

Brian Kemp, (Republikaner) Gouverneur von Georgia:

"Wir sind aufgerufen, stark und mutig zu sein und werden jetzt nicht zurückstecken. Wir werden immer weiter für das Leben kämpfen."

UMSTRITTENER ANTI-GAY-GESTZENTWURF ALS MODELLFALL

Disney hat in Atlanta seinen Blockbuster "Avengers: Endgame" gedreht. Der Abzug schwergewichtiger Produktionen wie „The Walking Dead“ oder „Stranger Things“ aus Georgia ist ein machtvolles Druckmittel.

So hatten Disney und die Marvel Studios Georgia schon 2016 mit Boykott gedroht, sollte ein umstrittener Anti-Gay-Gesetzentwurf durchgehen. Der Gouverneur Nathan Deal entschied sich schließlich für ein Veto, das Gesetz trat nicht in Kraft.

su