Hitzerekorde tagsüber, gefährliche Temperaturen nachts

Hitzerekorde tagsüber, gefährliche Temperaturen nachts
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Nein, das ist kein Anzeigefehler. 44 Grad Celsius in Nîmes im Süden Frankreichs. Heiß ist es dort oft, aber so heiß? Gallargues-le-Montueux meldete am Freitag sogar knapp 46 Grad – ein Allzeit-Temperaturrekord. Der bisherige Rekord von 2003 lag knapp zwei Grad niedriger. Im brandenburgischen Coschen und im sächsischen Bad Muskau war mit 38,6 Grad bereits am Mittwoch der bisherige deutsche Hitzerekord für Juni geknackt worden.

Dabei sind es nicht nur die Hitzerekorde tagsüber, die Experten besondere Sorgen bereiten. "Es gab neue Rekorde bei den Tageshöchstwerten, aber auch bei den Temperaturen in der Nacht", so Claire Nullis von der World Meteorological Organisation, "das ist deshalb wichtig, weil unsere Körper sich nachts erholen, aber auch Pflanzen und Tiere erholen sich nachts. Wenn die niedrigste Temperatur nachts also 25 Grad Celsius beträgt, sind das schlechte Nachrichten."

In Spanien und Frankreich gibt es bereits Todesopfer der Hitze. Experten warnen auch vor Schocks, wenn man sich plötzlich im Wasser abkühlt. In der spanischen Region Katalonien kämpfen Einsatzkräfte unterdessen mit Waldbränden. Am Donnerstag waren in der Provinz Tarragona mehrere Häuser in den Gemeinden Torre de l’Espanyol, Flix, Vinebre und Palma d'Ebre evakuiert worden.

Geschlossene Schulen, gratis Trinkwasserflaschen, Fahrverbote, während auf dem G20-Gipfel über den Klimawandel geredet wird, versucht Europa, mit Notmaßnahmen das Schlimmste zu verhindern. Überstanden ist die Hitzewelle indes noch nicht, auch das ganze Wochenende bleibt es ungewöhnlich heiß.