Handel: USA machen Druck auf EU

Handel: USA machen Druck auf EU
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Im Handelsstreit mit Europa legt die USA nun nach. US-Präsident Donald Trump droht der Europäischen Union mit neuen Zöllen auf europäische Produkte, wie Käse, Whisky und Oliven - in einem Umfang von 3,5 Milliarden Euro.

Das Büro des US-Handelsvertreters veröffentlichte am Montag eine Liste von 89 Artikeln. Zusätzlich zu den Produkten im Wert von 18,5 Milliarden Euro, die bereits im April angekündigt wurden.

Hintergrund der Drohungen ist ein seit 15 Jahren laufender Streit innerhalb der Welthandelsorganisation, in dem sich die USA und die EU jeweils illegale Bezuschussungen für ihre konkurrierenden Luftfahrtriesen Boeing und Airbus vorwerfen.

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ist man indes froh, dass der Handelskrieg zwischen den USA und China vom Tisch ist.

Der Leiter des National Institute of Financial Research der Universität Tsinghua, Zhu Min, sagt:

"Der Handel zwischen den USA und China hat sich entspannt. Wir erwarten, dass die Verhandlungen, nach dem Treffen der beiden Staatschefs, wieder aufgenommen werden, was meiner Meinung nach eine sehr gute Nachricht ist. Der Handelsstreit hat jedoch die langfristigen Beziehungen zwischen China und den USA grundlegend verändert."

Auf dem derzeit laufenden Weltwirtschaftsforum waren der Handelskonflikt und die US-Handelspolitik das große Thema. Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang forderte alle Länder auf, den Freihandel aufrechtzuerhalten:

"Es ist nach wie vor notwendig, leichten Zugang zu Investitionen und Freihandel zu erhalten. Gleichzeitig müssen die institutionellen Regelungen verbessert werden, um gleiche Rechte, Chancengleichheit und faire Regeln für alle zu bekommen. Das ist die Voraussetzung, um die wirtschaftliche Globalisierung besser steuern zu können. Wir brauchen eine Entwicklung hin zu mehr gegenseitigem Nutzen, Gleichgewicht und Einbezogenheit."

Der chinesische Ministerpäsident kündigte außerdem an, dass China die Eigentumsgrenzen für ausländische Investoren in seinem Finanzsektor im Jahr 2020, ein Jahr früher als geplant, beenden wird. Ziel sei es, der Welt zu zeigen, dass es seinen Markt weiter öffnen will.