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Journalist Jamal Khashoggi ein Jahr tot: Ein halbes Geständnis, Tat weiter im Nebel

Journalist Jamal Khashoggi ein Jahr tot: Ein halbes Geständnis, Tat weiter im Nebel
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Erdrosselt und zerstückelt - vor einem Jahr wurde der Journalist Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet.

Im vergangenen Oktober wollte der Kolumnist der Washington Post und Kritiker der saudi-arabischen Regierung ein Dokument abholen, das er brauchte, um seine türkische Verlobte zu heiraten, die draußen wartete.

Aber im Konsulat wurde er ermordet, sein Körper offenbar zerstückelt - und nie gefunden.

Der Tod hat weltweit Proteste ausgelöst, widersprüchliche Darstellungen tauchten auf, wer verantwortlich war, wie er starb und was mit seinen sterblichen Überresten geschehen ist.

Er sei bei einer "Schurkenoperation" von einem Team von Agenten getötet worden, so die offizielle saudische Version, sie hätten ihn überreden wollen, in das Königreich zurückzukehren. Türkische Stellen sagten, die Agenten hätten auf höchsten Befehl der saudischen Regierung gehandelt.

Die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen Agnès Callamard kam zu dem Schluss, dass Khashoggi "Opfer einer absichtlichen, vorsätzlichen Hinrichtung geworden sei, eines Mordes, für den der Staat Saudi-Arabien verantwortlich ist, und dass die Rolle des Kronprinzen des Landes untersucht werden sollte".

Dazu Mohammed bin Salman, de facto Herrscher des Königreichs:

Das war ein abscheuliches Verbrechen. Ich übernehme die volle Verantwortung als Führungs-Person in Saudi-Arabien, zumal es von Leuten begangen wurde, die für die saudische Regierung arbeiten.
Mohammed bin Salman
Kronprinz von Saudi-Arabien

Er bestritt aber, den Mord angeordnet zu haben.

"....MAN WEISS NICHT, WIE ES WEITERGEHT"

Hatice Cengiz, die Verlobte des ermordeten Journalisten, sieht Kronprinz Mohammed bin Salman in der Pflicht, Fragen zu beantworten, nachdem er die Verantwortung übernommen habe.

"Die Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen haben keine internationale Untersuchung eingeleitet, selbst als der UN-Bericht im Juni veröffentlicht wurde, was die Welt erneut aufrüttelte. Auch in den europäischen Ländern war keine ernsthafte Bewegung zu erkennen, man weiß nicht, wie es weitergeht."

Saudi-Arabien hat elf Personen wegen der Ermordung von Khashoggi angeklagt und vor Gericht gestellt, aber hinter verschlossenen Türen - bis jetzt wurde niemand verurteilt.

Deutschland exportiert keine Waffen mehr nach Saudi-Arabien. „Wir verlangen eine vollständige und glaubwürdige

Aufklärung“, so das Auswärtige Amt. US-Präsident Donald Trump steht unbeirrt zu seinen Verbündeten in Riad.

su mit dpa