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Angriff in Halle: Polizei in der Kritik

Angriff in Halle: Polizei in der Kritik
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Nach dem Angriff auf eine Synagoge in Halle an der Saale mit zwei Toten und mindestens zwei Verletzten wird Kritik an der Polizei laut. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sagte, es sei "skandalös", dass die Synagoge an einem Feiertag wie Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt war:

"Wäre eine Polizeistreife hier in Halle vor Ort gewesen, dann gehe ich davon aus, dass es zumindest gelungen wäre, den Täter so früh unschädlich zu machen, dass es nicht mehr zu einem weiteren Attentat in dem Döner-Imbiss gekommen wäre."

Auch Max Privorozki, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Halle, zufolge besteht bei der Polizei Nachbesserungsbedarf.

"Ich habe die starke Vermutung, dass es jetzt in den nächsten Tagen, Wochen, möglicherweise Monaten überall eine Polizeipräsenz geben wird. Danach wieder nicht mehr", so Privorozki. "Es muss irgendwie konstant sein. Dort, wo es notwendig ist, ja, dort, wo es nicht notwendig ist, nein."

Außerdem soll die Polizei erst vergleichsweise spät am Einsatzort eingetroffen sein.

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, sagte dazu im ZDF:

"Dieser Fall zeigt uns, wie dünn die Personaldecke der Polizei ist. Da hält sich niemand zurück und wartet ab. Es war höchstwahrscheinlich nicht schneller möglich. [...] "Wir können uns nicht neben der Terrorbekämpfung gleichzeitig mit viel Personal um Rechtsextremisten kümmern. Das müssen wir alles machen, weil wir sehen, wie gefährlich die rechte Szene ist."

In der Politik sieht man jetzt die Polizei in der Pflicht. Andrea Lindholz, die Vorsitzende im Innenausschuss im Bundestag fordert von den Beamten vor Ort eine "Analyse", warum die Synagoge nicht bewacht wurde und ob die "Lageeinschätzung richtig war".