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Wie Frauen sich gegen die Männerdominanz in der Kunst wehrten

Wie Frauen sich gegen die Männerdominanz in der Kunst wehrten
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Ein Meilenstein in der Geschichte der Emanzipation. Vor 100 Jahren sind an der Berliner Kunstakademie erstmals Frauen zum Studium zugelassen worden - nur wenige Monate nach der Einführung des Frauenwahlrechts. In einer Sonderausstellung beleuchtet die Alte Nationalgalerie in Berlin den steinigen Weg verschiedener Malerinnen und Bildhauerinnen vor 1919.

Ralph Gleis, Direktor der Alten Nationalgalerie:

"Wir haben uns mit Blick auf unsere Sammlung gefragt: Es gibt doch Künstlerinnen vor diesem Zeitraum - wie sind die überhaupt in die Öffentlichkeit getretten? Wie konnte es sein, dass sie hier ein Werk in der Alten Nationalgalerie haben? Und wie sind diese Bilder heute zu bewerten?"

Um sich in der vornehmlich von Männern dominierten Kunstwelt durchzusetzen, mussten Künstlerinnen im 19. Jahrhundert viele Hürden überwinden. Vor allem ab der Mitte des Jahrhunderts waren Künstlerinnen von Stipendienprogrammen und bedeutenden Auftragsarbeiten ausgeschlossen - und dennoch kämpften sie um künstlerische Anerkennung.

"Die Künsterlinnen sind hier Teil der frühen Frauenbewegung im 19. Jahrhundert", erklärt Yvette Deseyve, Kuratorin der Ausstellung. "Gleichzeitig muss man auch sagen, sie haben sich in Netzwerken zusammengeschlossen, haben eigene Professionalisierungsinstitutionen gegründet - sogenannte 'Damenakademien' - haben aber auch gleichzeitig immer wieder versucht, diese politische Gleichberechtigung zu erreichen. Es gab ja nicht nur das Deutsche Kaiserreich, für viele Künstlerinnen war der Fluchtpunkt Paris - eine ganz wichtige Station in ihrem Leben."

Mehr als 60 Gemälde und Skulpturen von insgesamt 43 Künstlerinnen werden gezeigt - alle vor dem Jahr 1919 enstanden. Die Ausstellung "Kampf um Sichtbarkeit - Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919" ist noch bis zum 8. März in der Alten Nationalgalerie in Berlin zu sehen.

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