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Nach al-Baghdadis Tod: Risiko von Racheakten in Europa

Nach al-Baghdadis Tod: Risiko von Racheakten in Europa
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Der Tod von Abu Bakr al-Baghdadi, dem Führer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), lässt ein Vakuum an der Spitze der Organisation zurück.

Und während die IS-Anschläge auf europäischem Boden seit einiger Zeit zurückgehen, warnen die zuständgen Stellen davor, die Gefahr als gebannt anzusehen.

Es könnte Vergeltungstaten von Leuten geben, die den Tod ihres Führers rächen wollen, sagt der EU-Antiterror-Koordinator Gilles de Kerchove.

Deswegen müssten die Sicherheitsbehörden zur Zeit besonders wachsam sein.

Mittelfristig sei die Frage, ob die Widerauferstehung des Islamischen Staats verhindert werden könne.

Die EU schätzt die Zahl der verbliebenen IS-Kämpfer in Syrien und im Irak auf 9000.

Deren Führer mag zwar tot sein, aber Kämpfer mit EU-Pässen könnten zurückkehren.

Etwa 500 Europäer seien in Syrien im Gefängnis gewesen, dazu kämen etwa 1400 Kinder, die mindestens ein EU-Elternteil hätten, so EU-Sicherheitskommissar Julian King.

Diese Kinder zurückzuführen ist für die EU prioritär geworden - was mit ihren radikalisierten Eltern geschehen soll, ist unklar.

Denn die Anschläge 2015 in Paris und ein Jahr später in Brüssel wurden von heimischen Teroristen verübt.

Erst nach diesen Bluttaten wurden die Strafen für terroristische Verurteilungen deutlich erhöht.

Im Laufe des nächsten Jahres würden Hunderte Insassen auf freien Fuß gesetzt, die zu fünf- oder siebenjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden seien, so der Experte Claude Moniquet.

Und die meisten von ihnen hätten ihre radikalen Ansichten nicht geändert und stellten nach wie vor eine Bedrohung dar.

Der Tod al-Baghdadis wurde als Sieg gegen den Islamischen Staat gepriesen.

Doch die Kämpfe in Syrien und dem Irak gehen weiter.

Europa ist zur Wachsamkeit verdammt.

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