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2019 in Europa - das Jahr im Rückblick

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2019 in Europa - das Jahr im Rückblick
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2019 war in Europa das Jahr der Wahlen - von Dänemark bis Rumänien, von Spanien bis Großbritannien gingen die Wählerinnen und Wähler zu den Urnen.

Und natürlich in der gesamten Europäishen Union - bei den Europa-Wahlen gab es sogar eine Rekord-Beteiligung unter jungen Menschen.

Wir haben uns ins Brüsseler Mini-Europa aufgemacht, um das Jahr Revue passieren zu lassen.

Im Mai gingen mehr als 50 Millionen Menschen zur Europawahl - damit erreichte die Wahlbeteiligung erstmals seit Jahrzehnten wieder die 50-Prozent-Marke.

Seitdem ist das Parlament gespaltener denn je - Christ- und Sozialdemokraten zusammen verloren ihre Mehrheit.

Dafür gibt es jetzt jede Menge Populisten und deutlich mehr Grüne.

Ein Land konnte sich nicht entscheiden: Spanien. Vier Wahlen in vier Jahren, zwei davon 2019 - mit immer ähnlichen Ergebnissen.

Monate lang versuchte Pedro Sanchez eine Mehrheits-Koalition zu bilden, bislang vergeblich.

Viele Spanier sind frustriert. Wegen der starken Zugewinne für die Rechtsnationalisten und der anhaltenden Krise in Katalonien dürften die politischen Unruhen in Spanien lange noch nicht vorbei sein.

Das unvereinigte Königreich hätte eigentlich die EU in diesem Jahr verlassen sollen.

Doch Brexit sorgte nur für Chaos und Drama.

Theresa May musste das Handtuch werfen, Boris Johnson folgte ihr nach.

Johnson rang der EU Änderungen am Austrittsabkommen ab, doch auch dafür gab es im Unterhaus keine Mehrheit.

Die Briten wurden erneut zu den Wahlurnen geschickt - aus dieser Abstimmung ging Johnson gestärkt hervor.

Brexit dürfte nun bis zum 31. Januar Wirklichkeit werden.

Politisches Drama ist etwas, was den Italienern alles andere als unbekannt ist. In diesem Jahr gab es wieder mal einen unplanmäßigen Regierungswechsel.

Der Rechtsnationalist Salvini schien sich dabei überreizt zu haben.

Er ist nicht mehr in der Regierung, aber wahrscheinlich populärer als zuvor.

Seine frührere Partnerin, die Fünf-Sterne-Bewegung, kehrte ihm den Rücken und ging eine Koalition mit den Sozialdemokraten ein.

Doch wegen Salvinis starken Zugewinnen bei Regionalwahlen und dem Knatsch innerhalb der Regierung könnte es schon 2020 in Italien wieder Neuwahlen geben.

In Deutschland wurde die rechtsgerichtete AfD zum Störenfried der etablierten Parteien. Merkels Große Koalition scheint nur noch am seidenden Faden zu hängen.

Die neue SPD-Führung trägt sich mit der Idee, das Regierungsbündnis zu verlassen.

Das nächste Jahr könnte also spannend werden in Berlin.

Und was Frankreich angeht, so kämpfte Staatspräsident Emmanuel Macron, der sich gerne als Führer Europas sieht, in diesem Jahr an allen Fronten.

Von G7-Gipfeln bis zu streikenden Arbeitern.

Streiks und Proteste haben Frankreich in den letzten Monaten stark erschüttert - ein Kompromiß liegt nicht in der Luft, dann schon eher Tränengas.

Während in Polen die regierenden Nationalisten im Amt bestätigt wurden, gab es wachsende Unzufriedenheit mit Ungarns starkem Mann Viktor Orban.

Bei Kommunalwahlen verlor seine Partei das Rathaus in Budapest und in anderen großen Städten.

Dies war einer der politischen Höhepunkte in Osteuropa - zusammen mit der Enttäuschung in Albanien und Nordmazedonien, weil deren Aufnahmeverhandlungen mit der EU erst einmal vom Tisch sind.

Schließlich gab es noch den Korruptionsskandal, der in Rumänien die Regierung zu Fall brachte.

Niemand kann sagen, die Politik sei derzeit langweilig. Und das nächste Jahr dürfte ebenfalls interessant werden.

Gibt es vorgezogene Wahlen in Deutschland? Tritt Großbritannien tatsächlich aus der EU aus? Und wie geht die Krise in Malta weiter?

Wir versprechen Ihnen, für Sie am Ball zu bleiben. Aus dem Mini-Europa wünschen wir allen Zuschauern im wirklichen Europa frohe Weihnachten und einen guten Rutsch.