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500 Millionen Euro Verkaufswert: Acht Tonnen Kokain auf Schiff an der Nordsee gefunden

Eine so große Menge Kokain hat der Zoll bisher selten gesehen. Acht Tonnen im Wert von 500 Millionen Euro
Eine so große Menge Kokain hat der Zoll bisher selten gesehen. Acht Tonnen im Wert von 500 Millionen Euro Copyright  Generalzolldirektion
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Von Franziska Müller
Zuerst veröffentlicht am
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Ein Container aus Westafrika hätte in Wilmershaven lediglich zur Weiterfahrt nach Spanien umgeladen werden sollen. Doch Zollbeamte machten eine Entdeckung: Statt Kakaobohnen wurden acht Tonnen Kokain sichergestellt.

Zwei bis drei Schiffe laufen täglich am JadeWeserPort in Wilhelmshaven ein. Der Tiefwasserhafen fertigt vor allem Mega-Containerschiffe und große Frachter ab. Eines dieser Schiffe geriet im Februar 2026 ins Visier des deutschen Zolls. Denn statt Kakaobohnen waren acht Tonnen Kokain versteckt. Straßenwert laut Behörden: 500 Millionen Euro.

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"Einer der größten Aufgriffe des deutschen Zolls in den vergangenen Jahren", wie die Generalzolldirektion am Mittwoch mitteilte. Bei einer Kontrolle sollte der Container, der aus Westafrika geliefert wurde und in Wilmershaven eigentlich nur für den Weitertransport umgeladen werden.

Kokain im Wert von 500 Millionen Euro

Doch nach Angaben der Zolldirektion seien der Kontrolleinheit des Hauptzollamts beim Röntgen des Containers Unregelmäßigkeiten aufgefallen. Statt der angemeldeten Kakaobohnen enthielt der Container 400 Päckchen in schwarzer Folie. Jedes Päckchen enthielt den Angaben zufolge etwa 20 Blöcke gepresstes Kokain. Die deutschen Zollfahnder schätzten den Straßenwert auf etwa 500 Millionen Euro.

Beschlagnahmt wurden die Drogen bereits am 9. Februar. Aufgrund von Ermittlungen konnten die Informationen allerdings erst jetzt veröffentlicht werden. Denn an den Päckchen waren auch GPS-Sender angebracht, welche die Organisatoren jederzeit über den Standort der illegalen Fracht informieren sollte.

Die Fracht wurde in Deutschland "unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen" vernichtet, erklärte Oberstaatsanwalt Jan Wilken. Zuständig war die Staatsanwaltschaft Aurich, die gemeinsam mit dem Zollfahndungsamt Hannover Ernittlungen einleitete.

Die illegale Ladung wurde in Deutschland unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen vernichtet.
Die illegale Ladung wurde in Deutschland unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen vernichtet. Generalzolldirektion

Dadurch würde den Kriminellen die Möglichkeit genommen, das beschlagnahmte Kokain später gewaltsam zurückzuholen, erklärte Wilken weiter.

Ermittlungen in Spanien

Da der Container mit dem Kokain für Spanien bestimmt war, wurden weitere Ermittlungsmaßnahmen durch die spanischen Zollbehörde Servicio de Vigilancia Aduanera unter Einbindung des deutschen Zollverbindungsbeamten veranlasst. Denn der Container wurde ohne Fracht weiter nach Barcelona verschifft.

Mitte Mai wurden zwei Verdächtige in Spanien gefasst. Die Polizei nahm sie in El Ejido in der spanischen Provinz Almería fest. Die mutmaßlichen Organisatoren der Lieferung wurden bei der Übergabe des Containers überrascht. Den beiden droht in Spanien eine Freiheitsstrafe, sollten sie vor Gericht gestellt und verurteilt werden.

Einer der Beschuldigten, der Geschäftsführer eines Importunternehmens, wird Behördenangaben zufolge zudem vom spanischen Zoll mit einer früheren Kokainlieferung auf dem Seeweg in Verbindung gebracht.

"Die fachliche und operative Expertise sowie die Beharrlichkeit der deutschen und spanischen Zollbehörden führten zu diesem außerordentlichen Erfolg", erklärte Tino Igelmann vom Zollkriminalamt. Dadurch sei die Logistikschiene des Drogentransports zerschlagen worden.

"Die Bekämpfung des international organisierten Rauschgiftschmuggels ist nur durch eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit möglich", erklärt Igelmann weiter. Der Fall verdeutliche den grenzüberschreitenden Charakter der kriminellen Netzwerke, erklärte der spanische Kollege der Zollüberwachungsoperation, Fernando Iglesias Pérez. Es gebe "die dringende Notwendigkeit, ihnen mit einer ebenso internationalen, auf Zusammenarbeit ausgerichteten Strategie entgegenzutreten."

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