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EU: Roma-Inklusion auf EP Tagesordnung

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EU: Roma-Inklusion auf EP Tagesordnung
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Rund sechs Millionen Roma leben in der Europäischen Union - sie sind Europas größte Minderheit. Und ihre Teilhabe an der Gesellschaft ist nach wie vor gering. Die große Mehrheit lebt am Rande der Gesellschaft. In Pandemie-Zeiten mehr denn je, wie Jamen Gabriela Hrabanova, Netzwerk ERGO, einer Graswurzelorganisation Euopäischer Roma, gegenüber Euronews erläutert:

"Es darf nicht mehr sein, dass Roma keinen Zugang zu Trinkwasser, grundlegenden Dienstleistungen, Nahrunsgmitteln und Medikamenten haben. Denn genau das haben wir in der Pandemie beobachtet. Roma waren die Zurückgelassenen". Dien Aktivistin fordert genau definierte Ziele und Maßnahmen zur Inklusion für den kommenden mehrjährigen EU-Haushalt.

Das Europaparlament wird sich auf der Plenarsitzung am Donnerstag mit der Roma-Inklusion befasssen.

Der jüngste Bericht dazu von der EU-Kommission zeichnet ein düsteres Bild:

Fast 8 von 10 Roma wohnen auf engstem Raum, die Hälfte haben weder WC noch Dusche. fast 7 von 10 Kindern brechen ihre schulische Ausbildung vorzeitig ab. über die Hälfte sind arbeitslos.

Eine neue EU-Strategie soll helfen, sie ist für Oktober geplant.

Dazu Helena Dalli, EU-Kommissarin für Gleichheitspolitik:

"Die Strategie soll der Diversität innerhalb der Roma-Bevölkerung besser Rechnung tragen, und dazu beitragen, Benachteiligung von Roma Frauen, Jugendlichen und Angehörigen der LGTBI-Gemeinde zu bekämpfen, und den nicht-sesshaften und staatenlosen Roma zu helfen."

Bindende Vorschriften sind nicht geplant - werden aber benötigt, wenn sich wirklich etwas ändern soll, sagt der Europaabgeordnete Romeo Franz, ein deutscher Sinti:

"Wir müssen den Anti-Zigeunerismus auch im Parlament bekämpfen. Wenn wir das nicht tun, haben wir keine Chance, gutgemeinte Strategien zur Inklusion von Roma und Sinti auch umzusetzen. Bisher waren alle diesbezüglichen Versuche paternalistisch geprägt. Uns hat nie jemand gefragt."

Ein wichtiger Aspekt ist auch, Korruption bei der nationalen Verteilung von EU-Sozial-und Entwicklungsfonds zu bekämpfen, so der bulgarische Abgeordnete Angel Dzhambazi:

"Hier muss die neue europäische Staatsanwaltschaft sichtbarer vor Ort auftreten. Milliarden Euro sind geflossen, und neimand weiß, wohin. Ergebnisse haben sie jedenfalls keine gezeitigt."