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Angola: Land der Möglichkeiten

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Angola: Land der Möglichkeiten
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Die Coronavirus-Pandemie hält die Welt in Atem. Angola gehört zu den Ländern, die das Virus ganz gut im Schach halten – dank Maßnahmen wie einem frühen Lockdown, dem Einsatz von Masken sowie dem Aufbau eines Feldlazaretts auf einem Industriegelände in Rekordzeit. Laut WHO-Angaben sind in dem Land mit 30 Millionen Einwohnern bisher rund 20 Menschen an Covid-19 gestorben. Zum Vergleich: Kanada hat bei einer ähnlichen Bevölkerungszahl fast 9000 Todesopfer aufgrund der Pandemie.

In dieser Folge von Business Angola geht es darum, was das Land unternommen hat, um seine Wirtschaft und seine Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Im euronews-Studio spricht euronews-Reporter Serge Rombi per Zuschaltung mit Antonio Henriques da Silva, Leiter der Agentur für Investitions- und Exportförderung Angolas:

Euronews:"Es heißt, dass Ihr Land in Bezug auf die Gesundheit die sicherste Nation unterhalb der Sahara ist. Stimmen Sie dem zu?"

Antonio Henriques da Silva:"Wir müssen uns zunächst einmal mit denen vergleichen, die uns näher stehen, die uns ähnlich in Bezug auf ihre Gegebenheiten und Herausforderungen sind, mit denen sie konfrontiert sind. Schaut man sich unsere Gegebenheiten an und wie wir mit der Situation zurechtkommen, kann man definitiv sagen, dass wir bisher erfolgreich waren. Und in aller Bescheidenheit kann man sagen, dass uns das deswegen gelungen ist, weil wir die Regierungs-Anweisungen ordnungsgemäß befolgt und ernst genommen haben."

Euronews:"Sind Sie heute stolz auf die geleistete Arbeit?"

Antonio Henriques da Silva:"Ich bin sehr stolz auf das, was in Angola während der Krise geleistet wurde, aber ich bin auch sehr stolz auf das, was in den vergangenen zwei Jahren geschehen ist, um Angola wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Es gibt ein Gefühl der Hoffnung - durch harte Arbeit, Ehrlichkeit und auch, um das Land von der Korruption zu befreien und uns für die Entwicklung des Landes zu engagieren, was nicht nur eine Aufgabe der Regierung, sondern eine nationale Aufgabe ist."

Angolas Umgang mit der Krise

Gerade Unternehmer waren besonders innovativ im Umgang mit dieser Krise und den Bedürfnissen des Landes, wie der folgende Bericht unseres Teams in Angola zeigt

Das ist einer der größten landwirtschaftlichen Betriebe des Landes. Aufgrund des Lockdowns und eines abrupten Importstopps musste dieses Unternehmen alle seine Produktionsprozesse und seine Vertriebskette neu aufstellen. Francisca Dos Santos Daniel verwaltet die digitale Firmenplattform - sie musste eine Nachfrage-Explosion bewältigen:

"Die Pandemie hat uns 4.000 neue Kunden gebracht", erzählt sie. "Wir haben 10 Millionen Dollar in die Produktion von tropischen Früchten wie Bananen und Papayas investiert. Ziel ist es, unseren Binnenmarkt zu bedienen, aber auch zu exportieren."

Ein Ansturm, mit dem niemand gerechnet hat. Doch dank der Reaktionsfähigkeit der Teams konnte die lokale Nachfrage bedient werden. Man blickt optimistisch in die Zukunft, denn langfristige Lösungen können sofort umgesetzt werden.

Man setzt auf einen Exportboom. Die Ressourcen dafür sind vorhanden: Angola gehört weltweit zu den fünf Spitzenländer mit dem größten Potenzial im Agrarsektor.

Zurück im euronews-Studio: Liegen diese Landwirtschaftsressourcen in Angola noch weitgehend brach, will der euronews-Reporter wissen:

Antonio Henriques da Silva:"Wir haben etwa 53 Millionen Hektar Ackerland. Davon werden nur 4 oder 5 Millionen Hektar bewirtschaftet. Das ist also ein riesiges Potenzial. Und zwar nicht nur für Angolaner oder für Geschäftsleute, die bereits in Angola tätig sind – das ist auch eine Investitionsmöglichkeit."

Euronews:"Wie bereits berichtet, wurde in den vergangenen Jahren viel getan, um das Geschäftsklima zu verbessern. Es gab Maßnahmen, um die Strategie zu fördern, die Wirtschaft breiter aufzustellen und vor allem, um die Abhängigkeit vom Öl zu beenden. Es ist natürlich wichtig, das Vertrauen der Investoren, insbesondere der ausländischen Investoren, zu erhalten?"

Antonio Henriques da Silva:"Der Privatsektor, die Investoren müssen sich vor Ort in unserem Land davon überzeugen, dass wir nicht nur ein Land der Möglichkeiten sind, sondern dass wir auch sehr hart daran arbeiten, unsere Institutionen und die Art und Weise, wie wir arbeiten, an jene Standards anzupassen, die als gute Referenz für Projekte und Investitionen für ein Land, für eine Wirtschaft gelten."

Die Landwirtschaft ist nur ein Beispiel wie man die verschiedenen Potenziale ausnutzen kann, das Land hat viele andere Trümpfe, um Investoren anzuziehen. Wie zum Beispiel die Wasserressourcen oder der Tourismus. Darüber wird es in weiteren Business-Angola-Folgen gehen.