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Geschäftsfrauen sind eine treibende Kraft in Angolas Wirtschaft

Geschäftsfrauen sind eine treibende Kraft in Angolas Wirtschaft
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In Angola spielen Frauen eine Schlüsselrolle bei der breiteren Aufstellung der Wirtschaft: Von kleinen Unternehmen bis hin zu Frauen in Spitzenpositionen. Angola hat einen der höchsten Prozentsätze an weiblichem Unternehmertum in der Welt. Unternehmerinnen in Aktion ist das Thema dieser Folge von Business Angola.

Frauen bekommen eine Chance mit Mikrokrediten

Laut einer globalen Umfrage gibt es in Angola viele Unternehmerinnen - etwa 40 Prozent der arbeitenden Frauen. Der "Praça das Mulheres", der "Frauenplatz" ist ein belebter Markt in Luanda. Er erstreckt sich über eine Fläche von etwa 200 Metern Länge und 50 Metern Breite. Es gibt Hunderte kleine Geschäfte im Besitz von Frauen. Sie verkaufen Kleidung und Schuhe aller Stilrichtungen aus aller Welt.

"Die Kleidung kommt aus Brasilien, aus den USA, Thailand, China, Südafrika, Pakistan", erklärt Janeth Campos, Mitbesitzerin eines Ladens. "Das ist ein Markt, der vielen Frauen eine Chance gibt. Wie man sieht, gibt es viele Läden."

Viele Frauen erhielten Mikrokredite. So konnten sie die Welt bereisen, um ihre Waren zu finden. Schwankende Wechselkurse sind eine Herausforderung, aber das hält Ladenbesitzerin Ines Franciso Luis nicht auf:

"Ich wurde eine Unternehmerin, weil mir die Bank Vergünstigungen gewährte - eine VISA-Karte ausstellte oder mir ein paar Dollar lieh.Die Möglichkeit, den Dollar bei der Bank zu einem guten Preis zu kaufen. So konnte ich mich selbstständig machen und eine Geschäftsfrau werden - jetzt bin ich Unternehmerin."

Eine Bank gewährt Mikrokredite zwischen 180 und 12.000 Euro. Die meisten Kunden sind Frauen. Sie zahlen zwei bis vier Prozent Zinsen und tilgen den Kredit innerhalb von zwei Jahren. Isabel Pereira Silvestre, Niederlassungsleiterin, Banco BAI Micro Finanças (BMF) erzählt:

"Die Frauen sind fest entschlossen. Wenn sie in die Bank kommen, kommen sie direkt auf den Punkt. Sie wissen genau, was sie wollen. Sie kommen und wissen genau, welchen Betrag sie sich leihen wollen. Sie sagen: 'Madame Isabel, ich will einen Kredit von so viel und ich bin in der Lage, so viel an Zahlungen zu leisten.'"

Stipendienprogramm "Frauen für die Zukunft"

Von kleinen Unternehmen zu Angolas größtem Telekommunikationsunternehmen: Bei Unitel gibt es das Stipendienprogramm ''Frauen für die Zukunft'. Damit will man ein Geschlechtergleichgewicht im IT-Bereich schaffen. Die in den USA ausgebildete Leiterin Corporate Affairs überwacht das Programm. Insgesamt liegt der Frauenanteil bei 37 Prozent - im Management sogar bei 40 in der Technik bei 20 Prozent:

"Dieses Programm bietet Zugang zur Hochschulbildung. Man kann das Fach studieren, in dem man später auch Arbeit findet", so Eunice de Carvalho, Chief Corporate Affairs Officer bei Unitel. "Wir haben im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit diesem Programm angefangen, uns um Mädchen in der Telekommunikationsausbildung zu kümmern. Viele Führungskräfte bei uns sind Frauen, die in den technischen Bereichen arbeiten. Wir führen sie den Mädchen als Beispiel vor, als Ansporn, dass sie das auch erreichen können."

Eine der Frauen im Stipendienprogramm ist Eveline Clemente: Sie studiert Maschinenbau und hat große Pläne: "Später will ich im Bereich erneuerbare Energien arbeiten", erzählt die Studentin. "Das ist meiner Meinung ein wichtiger Ansatz für unser Land und für die Welt im Allgemeinen. Mein Mentor hat mit mir an diesem Traum, diesem Ziel gearbeitet. Wir entwickeln bestimmte Projekte zusammen. Das hilft mit Projekte zu entwickeln, die ich in diesem Sinne umsetzen möchte."

Erfolgreich in die Selbstständigkeit

Ein weiteres Beispiel für erfolgreiche Geschäftsfrauen ist Paula de Morais. Sie gründete ein Physiotherapiezentrum und benannte es nach ihrer behinderten Tochter. Trotz ihrer geschäftlichen und organisatorischen Fähigkeiten, war der Anfang schwierig:

"Ich werde oft gefragt, ob ich die Chefin des Unternehmens bin. Dann sage ich, ja, das bin ich, die Chefin steht vor ihnen. Das ist meiner Meinung nach etwas, was sich mit der Zeit verändert hat. Denn im Laufe der Zeit hat man erkannt, dass ich Dinge verwirklichen kann - unabhängig von meinem Alter und unabhängig davon, dass ich eine Frau bin", ausgehend von ihrer schwierigen Erfahrung, die richtige Pflege für ihre Tochter zu finden, hat Paula de Morais ein Team von Physiotherapeuten, Logopäden und Osteopathen zusammengestellt. "Ich kenne die andere Seite seit langem. Ich weiß also, was Kunden wollen, was der Markt will. Für mich ist es sehr einfach, das zu liefern. Mit dem richtigen Team und der richtigen Ausrüstung können wir wirklich einen guten Service bieten."

Ihre Tochter ist inzwischen verstorben. Aber mit einem anderen Zentrum in der Innenstadt hilft Paula de Morais Menschen, mit ihren Behinderungen zu leben.

In Unternehmen aller Größenordnungen sind Geschäftsfrauen ein wichtiger Bestandteil der breiteren Wirtschaftsaufstellung und Entwicklung Angolas.

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