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Nestore-Coaching: aktives Altern fördern

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Nestore-Coaching: aktives Altern fördern
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Europäische Forscher arbeiten an einem neuen personalisierten Coaching-System: Es soll helfen, mit zunehmendem Alter geistig, körperlich und seelisch gesund zu bleiben. Wie funktioniert es, und halten die Benutzer davon? Thema in dieser Futuris-Folge.

Im Alter fit und gesund bleiben

Ingenieure und Entwickler in Mailand arbeiten an einem neuen personalisierten Coachingsystem, das Menschen geistig, körperlich und seelisch gesund halten soll - zumindest ist das die Theorie. Bevor wir uns die Technologie anschauen, treffen wir in den Niederlanden einen Mann, der das System getestet hat.

Der 67-jährige Cor Heukels ist einer von 30 Niederländern, die das neue personalisierte Coaching-System "Nestore" testen. Die Wissenschaftlerin Canan Ziylan, leitende Wissenschaftlerin an der Fachhochschule Rotterdam, erklärt ihm die Geräte, mit denen Funktionen von der Ernährung über soziale Kontakte und kognitive Fähigkeiten bis hin zu Schlaf und körperlicher Fitness überwacht werden. Das Ziel des EU-finanzierten Nestore-Projekts ist, aktives Altern zu fördern. Getestet wird zudem, ob es den Nutzern gefällt.

"Unserer Meinung nach haben wir alle Elemente für einen ganzheitlichen Ansatz", so Canan Ziylan. "Aber es bleibt abzuwarten, ob das System auch von den Senioren akzeptiert wird, ob sie es mögen oder nicht."

Das System sammelt viele Daten - ein Beispiel: Cor Heukels übermittelt Nestore, was er isst. Ein Sensor am Kühlschrank überwacht die Aktivität: "Man platziert einen Sensor an der Kühlschranktür. Er misst, wie oft und wann die Tür geöffnet wird. Damit bekommt man eine gute Vorstellung von den Gewohnheiten", so die Wissenschaftlerin.

Cor Heukels ist bei guter Gesundheit, er steht dem Versuch offen gegenüber: "Ich habe nicht die Absicht, meinen kompletten Lebensstil zu ändern. Aber ich werde mir ganz genau anschauen, was die Geräte angeben und das berücksichtigen. Das bedeutet aber nicht, dass ich meine täglichen Routinen ändern werde. Das scheint mir keine gute Idee zu sein."

Zielgruppe: Menschen über 65 Jahren

Ein Forscher- und Ingenieurteam am Polytechnikum im norditalienischen Mailand hat Nestore entwickelt. Mit vernetzten Sensoren werden die Probanden und ihre sozialen Kontakte überwacht. Sie geben Rückmeldung, wie man seinen Lebensstil verbessern kann. Zielgruppe sind Menschen über 65 Jahren. Martina Scagnoli, Forscherin am Polytechnikum von Mailand, sagt:

"Wir haben versucht nachzuvollziehen, wie der Senior mit diesem Objekt umgeht, welche Bewegungen er macht, wenn er es an der Hand trägt, um das Gerät daran anzupassen."

Ein System mit einem ganzheitlichen Ansatz zu entwickeln, das sich um Geist, Körper und Seele eines Menschen kümmert - ohne dabei invasiv zu sein, ist eine große Herausforderung. Benutzerfreundlichkeit ist dabei ein Schlüsselelement. Giuseppe Andreoni, Professor für biomedizinisches Design am Polytechnikum Mailand, erklärt:

"Benutzerfreundlichkeit ist ein ebenso einfaches wie komplexes Konzept. Sie liegt nicht einfach in der Reduzierung der Tastenanzahl, sondern in der Art der Handhabung, in der Intuitivität. Dass das Gerät genau so reagiert, wie man es erwartet. Die Intuitivität der Handhabung ist entscheidend."

In den Niederlanden ein Treffen mit Cor Heukels in seinem Verein. Das Nestore-Projektteam legt Wert auf das Feedback der Probanden, man will wissen, ob das Coaching-System für ein aktives und gesundes Altern in der Praxis funktioniert. Canan Ziylan:

"Wir Fachleute oder Forscher sind natürlich überzeugt davon, dass der ganzheitliche Ansatz der Beste ist, aber ist das auch die Meinung der Probanden? Das Ergebnis ist offen. Wir werden unsere Ergebnisse und Empfehlungen auf die Rückmeldungen abstimmen."

Die Nestore-Versuche laufen derzeit mit 90 Freiwilligen in den Niederlanden, Italien und Spanien über einen Zeitraum von drei Monaten.