Eilmeldung
This content is not available in your region

Wie das Coronavirus den US-Wahlkampf lenkte

euronews_icons_loading
Trump und Biden während einer Fernsehdebatte
Trump und Biden während einer Fernsehdebatte   -   Copyright  Chip Somodevilla/2020 Getty Images
Schriftgrösse Aa Aa

Das Coronavirus drängte alles in den Hintergrund und bestimmte den Präsidentschaftswahlkampf in den Vereinigten Staaten. Donald Trump ging zunächst von einer schnellen Lösung aus.

„Viele Leute sind der Meinung, dass das Virus, von dem wir sprechen, im April weggehen wird, wenn es wärmer wird. Normalerweise wird das im April weggehen", so Trump.

Maskenmuffel und „patriotische Pflicht"

Der US-Präsident verzichtete lange darauf, sich öffentlich mit Mund- und Nasenschutz zu zeigen, sein Widersacher Joe Biden verfuhr da anders, nannte das Masketragen gar eine patriotische Pflicht.

Aufrufe der Gesundheitsbehörden, Abstand zu halten, wurden bei Veranstaltungen im Weißen Haus zunächst nicht immer beachtet. Trumps und Bidens unterschiedliche Ansätze im Umgang mit der Pandemie wurden zwischen den beiden Präsidentschaftsanwärtern und ihren Getreuen zum Streitthema.

Biden wollte frühere und längere Ausgangsbeschränkungen. Trump betonte Anfang August, landesweite Abschottungen seien kein gangbarer Weg und würden mehr Schaden anrichten als Gutes hervorbringen. Er drückte mehrmals seine Sorge ob des Schadens für die Wirtschaft aus. Biden warf ihm im Umgang mit der Pandemie Planlosigkeit vor.

„Wir haben Menschenleben, Unternehmen und Löhne verloren. Wegen Donald Trumps Pfuscherei könnten wir einen Teil des Aufschwungs, der sich bei uns einzustellen begann, verlieren“, sagte Biden.

Im April hatte Trump bei seinen Gegnern für Kopfschütteln gesorgt, als er mit Blick auf Desinfektionsmittel, die das Virus schnell unschädlich machen, fragte, ob es eine Methode gebe, das Mittel per Injektion zu verabreichen. Es sei doch interessant, das zu prüfen, so Trump. Später versicherte er, die Aussagen seien sarkastisch gemeint gewesen.

Mitte September kündigte Trump an, man werde im Oktober damit beginnen, einen Impfstoff auszugeben.

Trump musste sich ins Weiße Haus zurückziehen, als er Anfang Oktober die Nachricht erhielt, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben. Zeitweise wurde er im Krankenhaus behandelt und teilte der Bevölkerung unmittelbar nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus mit: "Lassen Sie sich vom Coronavirus nicht bestimmen, haben Sie keine Angst, Sie werden es besiegen." Er ließ sich in Siegerpose auf einem Balkon seines Amtssitzes filmen und nahm demonstrativ seinen Mund- und Nasenschutz ab.