Washington erhöht den Druck auf Teheran: Nach der jüngsten Runde der Atomverhandlungen baut das US-Militär seine Präsenz aus. Trump hat laut Pentagon noch keinen Befehl erteilt, doch das Militär habe ihm signalisiert, dass es bereit ist.
In den vergangenen Tagen hat das US-Verteidigungsministerium damit begonnen, Militärpersonal aus dem Nahen Osten zu verlegen. Betroffen sind vor allem Stationierungen in Europa und den Vereinigten Staaten. Die Maßnahme gilt als Vorsichtsmaßnahme – sowohl für den Fall eines möglichen Angriffs auf den Iran als auch für eine mögliche iranische Reaktion.
Die Verlegung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Operation unmittelbar bevorsteht. Nach Angaben des Pentagons handelt es sich um ein Standardverfahren, sobald eine militärische Option ernsthaft geprüft wird.
Was die aktuelle Lage von früheren Zuspitzungen unterscheidet, ist der Umfang der Marinepräsenz. Die Trägerkampfgruppe um die USS "Abraham Lincoln" ist bereits in der Region im Einsatz.
Eine zweite Gruppe, angeführt von der USS "Gerald Ford", lief am Mittwoch vor der Küste Westafrikas aus. Sie steuert in Richtung Mittelmeer und Persischer Golf. Sobald beide Verbände in Position sind – erwartet wird das für Mitte März – hätte Washington eine erhebliche Feuerkraft vor der iranischen Küste.
Trump hat noch keinen Befehl erteilt
Ein konkreter Einsatzbefehl liegt bislang nicht vor. Mehrere Quellen, die gegenüber "CBS News" unter der Bedingung der Anonymität sprachen, berichten, die Beratungen im Weißen Haus seien weiterhin offen. Der Präsident wäge sowohl die Risiken einer Eskalation als auch die Risiken des Nichtstuns ab.
Diplomatie und Drohung laufen parallel
Am Dienstag trafen sich iranische und US-amerikanische Unterhändler in Genf zu mehrstündigen Gesprächen über das iranische Atomprogramm. Das Weiße Haus räumte Fortschritte ein. Gleichzeitig machte Sprecherin Karoline Leavitt am nächsten Tag deutlich: "Wir sind in einigen Fragen noch weit voneinander entfernt". Der Iran solle in den kommenden Wochen ausführlicher antworten, sagte sie.
Im selben Briefing verteidigte Leavitt den Kurs der Regierung mit einer Formulierung, die Trumps Linie zusammenfasst: "Der Iran wäre sehr klug, ein Abkommen zu erreichen". Die Botschaft kombiniert Angebot und Warnung – ein Muster, das der Präsident auch in anderen außenpolitischen Konflikten nutzt.
Außenminister Marco Rubio wird nach Angaben aus US-Kreisen in etwa zwei Wochen nach Israel reisen. Dort will er Premierminister Benjamin Netanjahu treffen. Den Quellen zufolge hatte Trump Netanjahu bereits im Dezember bei einem Treffen in Mar-a-Lago signalisiert, dass er israelische Schläge gegen das iranische Raketenprogramm unterstützen würde, falls die Verhandlungen scheitern.
Präzedenzfall aus dem Juni und neue Warnsignale
Als Präzedenzfall gilt ein Ereignis vom vergangenen Juni: Während des 12-tägigen Krieges zwischen Israel und dem Iran beteiligten sich die USA an Angriffen auf iranische Atomanlagen. Geheimdienstberichte hätten damals auf schwere Schäden am Atomprogramm hingedeutet.
Seither sind die Spannungen hoch. Am Mittwoch veröffentlichte Irans oberster Führer Ali Khamenei auf X ein KI-generiertes Bild, das den Flugzeugträger "Gerald Ford" zeigt, wie er auf den Meeresgrund sinkt. Die begleitende Botschaft war eine direkte Warnung: Der Iran behauptet, über Waffen zu verfügen, die solche Schiffe zerstören könnten.
Zuvor hatten iranische Behörden außerdem die zivile Luftfahrt gewarnt, den Süden des Landes am Donnerstag zu meiden. Grund seien geplante Raketenstarts in dem Gebiet. In der aktuellen Lage wird ein solcher Hinweis in Washington kaum als reine Routine eingeordnet.