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Stilles Treiben in Venedig: Nicht alle vermissen den Karneval

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Narren auf dem Markusplatz
Narren auf dem Markusplatz   -   Copyright  MARCO BERTORELLO/AFP or licensors
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Fast leere Gassen statt Menschenmassen – so sieht Venedigs Karneval in Corona-Zeiten aus. Ganz abgesagt wurde das berühmte Fest dieses Jahr nicht, die pompösen Maskenbälle und Paraden wurden durch Streaming-Veranstaltungen ohne Publikum ersetzt.

30 Millionen Euro weniger

Doch die Touristen fehlen, die Wirtschaft steht still. Die Lagunenstadt rechnet mit 30 Millionen Euro Einbußen allein im Februar.

Der Maskenhersteller Hamid Seddighi hat kaum Exemplare verkauft und bangt um seine Existenz. "Ich arbeite seit 35 Jahren in dieser Branche, aber einen Karneval wie diesen habe ich noch nie erlebt", sagt Seddighi.

Bewohner erholen sich vom Massentourismus

Millionen von Besuchern zog der Karneval bislang jedes Jahr an. Ein Massentourismus, den viele Bewohner der Weltkulturerbestadt nicht vermissen.

"Ich glaube, das Ganze tut uns gut", sagt Gianni de Luigi, Direktor des Internationalen Instituts der Commedia Dell'Arte. "Es zwingt uns darüber nachzudenken, dass die Menschenmassen der letzten Jahre einfach zu extrem waren.“

“Wir sollten uns die Frage stellen: Wie soll unsere Stadt in der Zukunft aussehen", sagt ein Mann im Karnevalskostüm auf der Straße. "Wie wollen wir Venedig wieder zum Leben erwecken? Nicht indem wir die Fehler der Vergangenheit wiederholen, sondern indem wir ein neues Venedig schaffen, ein Venedig der Kunst, der Kultur, der Schönheit – mit einem Tourismuskonzept, das auf Qualität statt Quantität setzt.”

Nach der Pandemie Tourismus neu denken – das fordern viele Venezianer. Im Gespräch sind etwa eine Obergrenze für Touristen und ein Einfahrtsverbot für große Kreuzfahrtschiffe.