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Taxi ohne Fahrer: Uber will autonome Robotaxis in München testen

München soll als erste deutsche Stadt autonome Robotaxis erhalten. Die Genehmigung der Behörden steht noch aus.
München soll als erste deutsche Stadt autonome Robotaxis erhalten. Die Genehmigung der Behörden steht noch aus. Copyright  Photo by Adrian Henkel on Unsplash
Copyright Photo by Adrian Henkel on Unsplash
Von Franziska Müller
Zuerst veröffentlicht am
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In San Francisco und Peking gehören sie bereits zum Stadtbild, bald sollen auch in München fahrerlose Taxis Klienten befördern. Uber will dort autonome Robotaxis einsetzen, um Menschen von A nach B zu bringen. Die Genehmigung der Behörden steht noch aus.

Die Entscheidung wurde in Taipeh bekannt gegeben, doch eigentlich betrifft sie eine ganz andere Stadt: In München will Uber mit dem KI-Unternehmen Autobrains autonome Robotaxis einsetzen.

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Die bayerische Landeshauptstadt wurde von Uber auserkoren: "Vorbehaltlich behördlicher Genehmigung wird München als erste Einsatzstadt für das Robotaxi-Programm dienen", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Damit könnte München zur ersten deutschen Stadt werden, in der Fahrgäste über die Uber-App autonome Robotaxis bestellen können. Das haben die beteiligten Unternehmen auf der Technologiekonferenz GTC in Taipeh vorgestellt wird.

München als Testfeld für autonomes Fahren

Uber begründet die Wahl Münchens mit seiner Rolle als europäisches Automobilzentrum, dem dichten Stadtverkehr und dem deutschen Regulierungsrahmen für autonomes Fahren. Ziel sei es, ein Modell zu entwickeln, das später auch in anderen Städten und auf unterschiedlichen Fahrzeugplattformen eingesetzt werden kann.

Im Gegensatz zu vielen bisherigen Robotaxi-Projekten soll die Technologie nicht auf speziell entwickelte Fahrzeuge zugeschnitten sein.

München soll als erste deutsche Stadt autonome Robotaxis erhalten. Die Genehmigung der Behörden steht noch aus.
München soll als erste deutsche Stadt autonome Robotaxis erhalten. Die Genehmigung der Behörden steht noch aus. Photo by Thomas Chizzali on Unsplash

Stattdessen setzen die Partner auf einen sogenannten Ansatz, der mit verschiedenen Fahrzeugherstellern kompatibel sein soll. Branchenbeobachter sehen darin einen Versuch, die hohen Kosten autonomer Flotten zu senken und die Technologie im Idealfall schneller skalieren zu können, also auch in andere Städte zu bringen.

Welche Fahrzeughersteller beteiligt sind, wie groß die Flotte ausfallen soll und wann erste Fahrgäste tatsächlich befördert werden könnten, teilten die Unternehmen bislang nicht mit.

Was hinter der "Agentic AI" steckt

Im Zentrum des Projekts steht die Fahrsoftware des israelischen Unternehmens Autobrains. Anders als viele Wettbewerber setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht auf ein einziges großes KI-Modell, das sämtliche Fahraufgaben übernimmt.

"Autonomes Fahren wird nicht skalierbar sein, wenn man sich auf ein einzelnes Modell verlässt, um jedes Fahrszenario zu lösen", erklärte Autobrains-Gründer Igal Raichelgauz.

Stattdessen werde die Fahraufgabe in mehrere spezialisierte KI-Agenten aufgeteilt, die unterschiedliche Verkehrssituationen bewerten und Entscheidungen in Echtzeit treffen. Dadurch soll das System robuster auf komplexe und unvorhersehbare Situationen reagieren können. Es wird agentische KI genannt.

Das Unternehmen, das seit 2018 an Lösungen für Fahrerassistenzsystemen arbeitet, argumentiert, dass mehrere spezialisierte Systeme besser mit Unsicherheit umgehen könnten als ein monolithischer Ansatz.

Die Fahrzeuge sollen auf Nvidias DRIVE-Hyperion-Plattform laufen, einer Rechen- und Sensorarchitektur für autonome Fahrzeuge der Stufe 4. Diese Automatisierungsstufe erlaubt grundsätzlich fahrerlose Fahrten innerhalb festgelegter Einsatzgebiete.

Uber setzt auf Partnerschaften statt eigene Robotaxis

Für Uber ist das Münchner Projekt Teil einer größeren Strategie. Das Unternehmen verfolgt inzwischen einen Plattformansatz und entwickelt autonome Fahrsysteme nicht mehr selbst. Stattdessen arbeitet Uber mit unterschiedlichen Technologiepartnern zusammen und integriert deren Fahrzeuge in sein bestehendes Ride-Hailing-Netzwerk. Diese bezeichnen das Bestellen von Fahrdiensten über digitale Apps.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte Uber ähnliche Kooperationen mit anderen Anbietern autonomer Fahrtechnologien angekündigt. Zusammen mit Nvidia plant das Unternehmen langfristig den Einsatz autonomer Flotten in mehreren Dutzend Städten weltweit.

Der Vizepräsident der Automobilsparte von Nvidia, Ali Kani, sagte im Januar zu Euronews, dass teilautonomes Fahren noch in diesem Jahr kommen würde. "Wir müssen so schnell vorankommen, wie es die Regulierung erlaubt. Und ich glaube, sie öffnet sich", stellte Kani in Aussicht.

Der Wettbewerb in diesem Markt nimmt gleichzeitig zu. In den USA betreibt die Google-Schwester Waymo bereits kommerzielle Robotaxi-Dienste in mehreren Großstädten. Auch Tesla, Mobileye und verschiedene chinesische Anbieter arbeiten an autonomen Flottenlösungen. Tesla-Chef Elon Musk sagte voraus, dass selbstfahrende Autos in bereits fünf Jahren den Straßenverkehr dominieren könnten.

Europas Robotaxi-Markt steht erst am Anfang

Für Deutschland wäre ein kommerzieller Robotaxi-Dienst ein bedeutender Schritt. Während autonome Fahrzeuge in Städten wie San Francisco, Phoenix oder Peking bereits zum Alltag gehören, befindet sich Europa beim großflächigen Einsatz noch in einer frühen Phase. So war ursprünglich der Einsatz autonomer Taxis in Madrid ab 2026 geplant.

Die Unternehmen präsentieren München deshalb als mögliches Sprungbrett für eine breitere europäische Expansion. Ob daraus tatsächlich ein regulärer Robotaxi-Dienst entsteht, hängt jedoch nicht nur von der Technologie ab, sondern auch von regulatorischen Genehmigungen, Sicherheitsnachweisen und der Wirtschaftlichkeit des Modells.

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