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In Gent ein neues Leben beginnen

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In Gent ein neues Leben beginnen
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Mutter, alleinerziehend und arbeitslos - eine unglückliche Mischung, die vor allem Verwundbarkeit bedeutet. Nicht unbedingt im belgischen Gent, wo junge Mütter wie Herrat eine kostenlose Kinderbetreuungs-Ausbildung bekommen.

Herrat kommt aus Ghana und hat ein kleines Mädchen. Für sie bietet das Programm die Möglichkeit, ein neues Leben zu schaffen.

Man lerne eine Menge, meint Herrat. Am Anfang habe sie vieles nicht gewusst und gedacht, Kinder seien einfach - bis sie gemerkt habe, dass das nicht stimme. Wenn man aber viel lerne und dann sein Examen ablege, bekomme man die Selbstachtung wieder und könne sehr viel tun. Sie habe wieder Vertrauen in sich gewonnen.

Dank des Genter Projekts bekommene Kitas mehr Personal, wovon auch die Kleinkinder in der Gruppe profitieren. Die Ausbildung dauert zwei Jahren und soll zur Anstellung bei derselben Kita oder einer anderen führen. Viele der jungen Mütter hier sind häufig Ausländerinnen, denen das Schulpersonal auch bei persönlichen Demarchen mit Behörden hilft.

Dies sei sehr wichtig, denn diese Gänge zum Amt seien schwer, wenn man kein Niederländisch spreche, meint diese Kita-Leiterin Tinker Von Craenenbroeck. Also helfe man, und das schaffe Vertrauen.

Das Genter Projekt wird mit Mitteln aus dem EU-Fonds gegen Kinderarmut finanziert und von der König-Baudouin-Stiftung betrieben. Teilnehmerinnen werden von professionellen Kinderbetreuern ausgebildet.

Geholfen wird den jungen Müttern auch bei ihrer Perönlichkeitsbildung. Die Mütter brächten ihre Kinder zur Kita, doch dank des Projekts könnten sie auch als Person wachsen, so der Projektmanager Björn Martens. Es gehe nicht nur um berufliche Kompetenzen, sondern auch um persönliche. Jedes Gespräch mit dem Coach beginnen mit den Worten: "Wie geht es Dir?"

Bislang nahmen 14 Mütter an dem Programm teil, das mit Prüfungen im Juni endet. 32 Kitas sind beteiligt, in denen mehr als tausend Kinder betreut werden. Die Koordinatoren in Gent hoffen, in der Zukunft keinen Interessenten abweisen zu müssen.

Journalist • Stefan Grobe