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Paris 2024 - Olympisches Dorf entsteht, Verlierer klagen an

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Von Anelise Borges, su
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Paris 2024 - Olympisches Dorf entsteht, Verlierer klagen an
Copyright  Anelise Borges, euronews

Die Umwelt soll gewinnen beim Bau des Olympischen Dorfes im Norden von Paris, die Bürger, Familien und der Mittelstand und natürlich der Sport.

Die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in Paris laufen auf Hochtouren – und ein nördlicher Vorort der französischen Hauptstadt wird umgekrempelt, um die Veranstaltung 2024 auszurichten.

Während sich viele auf die größte Sportshow der Welt freuen, die in die Stadt kommt, sagen andere, dass das Projekt ihr Leben bereits vollständig verändert hat.

OLYMPIA AUF DER INDUSTRIE-BRACHE

Der Schauplatz ("Geoimage, CNES"): Die Gemeinden Clichy und Saint-Ouen im Norden der Hauptstadt. Bis Ende der 1980er Jahre dominierten die Citroen-Autowerke am Seine-Ufer hundert Jahre lang die Gegend, hier entstand der legendäre „2 CV“. Später landete Infrastruktur für Paris in den beiden Gemeinden, für die die Hauptstadt zu eng war und zu teuer: Müllverarbeitung oder Abwasseraufbereitung.

Im Gebiet des Departements Seine-Saint-Denis sollen 80 Prozent der Olympia-Anlagen entstehen – ausgerechnet in den einwohnerstarken Vorstädten von Paris, von denen viele, vor allem im Norden (und Osten), bisher vor allem wegen ihrer sozialen Probleme bekannt sind.

Anelise Borges, Euronews:

„Diese radikale Umgestaltung wird den Weg freimachen für von Bäumen gesäumte Boulevards, moderne Gebäude und ruhige Wohnviertel am Ufer der Seine. Auf dem 52 Hektar großen Gebiet, das für das olympische Dorf vorgesehen ist, lebten aber bereits Menschen. Ihnen wurde gesagt, sie müssten gehen."

Boubakar Diallo erklärte sich bereit, uns zu zeigen, was von dem Ort übrig geblieben ist, an dem er in den letzten 20 Jahren gelebt hat: “Dies ist Gebäude B, am Ende dort ...” Sein altes Zuhause steht noch, aber nicht mehr lange.

Auf die Herberge für Wanderarbeiter wartet der Abriss, um den Olympischen Spielen in Paris Platz zu machen.

Boubakar Diallo, Arbeitersprecher:

“Die Olympischen Spiele dauern wie lange – einen Monat, maximal zwei. Warum also ein Leben zerstören, wegen ein oder zwei Monaten?“

Hier lebten 300 Menschen – einige jahrzehntelang - dann hatten sie drei Monate Zeit, um die Räumlichkeiten zu verlassen.

Nicolas Ferrand, Generaldirektor der Olympia-Baugesellschaft SOLIDEO:

„Wir haben 300 Meter von ihrem Wohnort entfernt eine provisorische Wohnanlage gebaut, weil wir dieses Gebäude vor Ende 2021 abreißen müssen.“

Die temporären Quartiere, die von SOLIDEO (Société de Livraison des Ouvrages Olympiques) - die Gesellschaft betreut und überwacht die Bauprojekte für das Pariser Olympische Komitee - zusammengestellt wurden, sind… ....auf Zeit gebaut.

Boubakar Diallo, Arbeitersprecher:

"Ich weiß nicht, ob das Pappe ist ... das hält wirklich nicht lang."

Und die Arbeiter sagen, sie trauen den Behörden nicht, dass sie bis zum nächsten Jahr dauerhaften Wohnraum bekommen – jetzt, wo sie schon mal “aus dem Weg” sind.

Boubakar Diallo, Arbeitersprecher:

“Ich meine, die Olympischen Spiele sind ein Vorwand. Als wir vorgeschlagen haben, dass wir nach den Olympischen Spielen in unsere (alten) Wohnungen zurückkehren ... sagten sie nein.”

“Behörden nutzen solche Events, um die Viertel zu verändern, umzumodeln ... und die Bewohner zu entfernen, die nicht mehr dort sein sollen.”

Es wird erwartet, dass die Stadt Paris kräftige Gewinne bei den Olympischen Spielen macht, mit Einnahmen aus TV-Übertragungsrechten, Marketing, Sponsoring, Ticketverkauf und Tourismus.

Aber noch bevor die Spiele beginnen, haben einige das Gefühl, bereits als Verlierer festzustehen.

Anelise Borges, su