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5 Jahre nach dem Referendum: wie Brexit die EU veränderte

Von Stefan Grobe  & Jack Parrock
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5 Jahre nach dem Referendum: wie Brexit die EU veränderte
Copyright  DANIEL LEAL-OLIVAS/AFP
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23. Juni 2016 - gemeldet wird die Nachricht, die in Brüssel keiner hören will. Die Briten stimmen für den EU-Austritt. Diese Entscheidung vor fünf Jahren hat Großbritannien verändert, aber auch die Statik innerhalb der EU.

Einige EU-Staaten hätten ihren bevorzugten Partner verloren, mit dem sie grundsätzliche Ansichten zu wirtschaftlicher Kooperation und Handel geteilt hätten, sagt Eric Maurice von der Robert-Schuman-Stiftung. Etwa die Niederlande, die nordischen Länder und einige Staaten Osteuropas. Sie alle hätten ihre Position innerhalb der EU neu definieren müssen und ihr Verhältnis zu Berlin, Paris und Brüssel.

Der Europäische Rat verlor einen der drei großen Staaten mit dem meisten Einfluß, denn Großbritannien war in Brüssel oft ein Gegengewicht zu Frankreich und Deutschland. Formal verließ London die EU im Januar 2020. Mit dem Königreich ging aber auch ein Querulant - eine Rolle, die zum Teil von den wirtschaftsliberalen Niederlanden übernommen wurde sowie von den schwarzen Schafen Polen und Ungarn.

Schon vor dem Referendum habe sich Großbritannien innerlich von der EU gelöst, so die Brüsseler Korrespondentin des Guardian, Jennifer Rankin. Bei den großen Krisen im Vorfeld der Volksabstimmung wie der Eurozonenkrise oder der Flüchtlingskrise habe sich London im Hintergrund gehalten. London habe sich außerhalb der Schengenzone gestellt, sich nicht an der giftigen Debatte über die Zahl von Asylsuchenden beteiligt und war als Nicht-Euro-Mitglied nur am Rande von den Erschütterungen der Währungsunion betroffen.

Die EU musste lernen, ohne Großbritannien zu leben - bislang ohne Probleme. Und Spekulationen über weitere Austritte gehören eher ins Reich der Fantasie.