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Delta oder Delta Plus? Was wir über die Corona-Varianten wissen (müssen)

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Von Euronews
Führende Politiker:innen in Europa drängen die Bevölkerung darauf, sich möglichst schnell vollständig impfen zu lassen
Führende Politiker:innen in Europa drängen die Bevölkerung darauf, sich möglichst schnell vollständig impfen zu lassen   -   Copyright  Peter Dejong/AP
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35.204 Neuinfektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus hat es in der vergangenen Woche in Großbritannien gegeben - ein Anstieg von 46 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Die Gesamtzahl der im Land registrierten Delta-Infektionen beläuft sich nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörden auf 111.157. Damit hat die Delta-Variante die Alpha-Variante als dominierende Form des Coronavirus abgelöst, sie wird nun für 90 Prozent aller Neuinfektionen im Land verantwortlich gemacht.

In ganz Europa haben führende Politiker:innen die Bürger aufgefordert, angesichts der hochgradig ansteckenden Variante wachsam zu bleiben. Erst am vergangenen Donnerstag hatte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel angesichts sich ausbreitenden Delta-Variante in Europa gewarnt: "Wir bewegen uns immer noch auf dünnem Eis."

Was ist die Delta-Variante?

Diese Variante, mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.617.2 wurde erstmals in Indien registriert und ist eine Variante von SARS-CoV-2, dem Virus, das COVID-19 verursacht.

Sie wurde nach einem Buchstaben des griechischen Alphabets benannt, gemäß den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Benennung von als bedenklich einzustufenden Varianten. Neutrale Namen sollen eine Stigmatisierung von Ländern vermeiden, in denen die Varianten zuerst aufgetreten sind.

Warum sollte mich die Delta-Variante interessieren?

Es ist zwar normal, dass Viren mutieren, aber diese Veränderungen können manchmal die Wirkungsweise des Virus beeinflussen.

Bei der Delta-Variante wird beispielsweise angenommen, dass sich das Virus leichter an die Zellen in unserem Körper heftet. Das bedeutet, dass die Variante ansteckender ist und sich leichter ausbreitet als der Wildtyp- und damit ein größeres Potenzial hat, Ausbrüche zu verursachen.

Ob die Variante auch mehr Menschen krank macht, ist derzeit Gegenstand der Forschung.

Ist sie übertragbarer als die Alpha-Variante?

Ja. Die Alpha-Variante, die zuerst in Kent, England, identifiziert wurde, galt ebenfalls als ansteckender als die ursprüngliche Form von SARS-CoV-2.

Allerdings hat die Delta-Variante diese nun überholt. Es wird angenommen, dass sie 60 % übertragbarer ist als die Alpha-Variante.

Wie weit hat sich die Delta-Variante in Europa ausgebreitet?

Prognosen des Europäischen Zentrums für Krankheitsprävention und -kontrolle (ECDC) zeigen, dass die Delta-Variante bis Ende August 90 Prozent aller Corona-Fälle auf dem Kontinent ausmachen könnte - das entspricht der aktuellen Situation in Großbritannien.

Die in Stockholm ansässige Agentur fügte hinzu, dass eine Lockerung der bestehenden Corona-Restriktionen "zu einem schnellen und signifikanten Anstieg der täglichen Fälle in allen Altersgruppen führen könnte."

Lissabon

Portugiesische Behörden hatten zuletzt erklärt, dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen der Delta-Variante ein "beunruhigendes" Niveau erreicht haben. Kabinettsministerin Mariana Vieira da Silva erklärte auf einer Pressekonferenz diese Woche, dass die Situation "schlimmer wird".

In Deutschland hat die Delta-Variante nun einen Anteil von rund 15 Prozent am Infektionsgeschehen (Stand: 23.06.2021)

Welche Symptome hat die Delta-Variante?

Neben des berüchtigten trockenen Hustens und des Geschmacks- und Geruchsverlusts, die bei einer Infektion mit dem Coronavirus einhergehen können, ruft die Delta-Variante offenbar keine spezifischen Symptome hervor. Vielmehr gehe eine Infektion mit der Delta-Variante des Coronavirus mit Kopfschmerzen und einer laufenden Nase einher, erklärt Professor Tim Spector, der die Zoe-COVID-Symptomstudie in Großbritannien leitet.

In einem YouTube-Video führt er aus, dass sich die Krankheit "jetzt anders verhält" und eher einer "schlimmen Erkältung bei der jüngeren Bevölkerung" gleicht. Er merkt an, dass das ein Problem ist, denn oftmals sind es ungewohnte Symptome.

"Seit Anfang Mai haben wir uns die häufigsten Symptome bei unseren App-Nutzern angeschaut und sie haben sich verändert", sagt er. "Die Nummer eins der Symptome sind Kopfschmerzen, gefolgt von Halsschmerzen, laufender Nase und Fieber."

Was ist "Delta Plus"?

Gerade als die Delta-Variante in aller Munde ist, wurde in der vergangenen Woche von indischen Behörden berichtet, dass eine weitere Variante - die als Delta Plus bezeichnet wird - identifiziert worden war.

Mindestens 16 Fälle wurden in den indischen Bundesstaaten Maharashtra, Kerala und Madhya Pradesh registriert - 42 Fälle traten in Großbritannien auf.

Bei "Delta Plus" handelt sich um eine Mutation der ursprünglichen Delta-Variante - auch von ihr wird angenommen, dass sie ansteckender ist. Sie weist eine zusätzliche Mutation des Spike-Proteins K417N auf. Diese war auch schon bei der Beta-Variante aus Südafrika aufgetaucht. Die Weltgesundheitsorganisation verfolgt "Delta Plus" als Teil der Delta Variante. Bislang ist wenig darüber bekannt, ob sie weitere Auswirkungen hat.

Was ich tun, um mich zu schützen?

Die verstärkte Diskussion und Besorgnis über die Varianten hat führende Politiker:innen in ganz Europa dazu veranlasst, Bürger:innen nahe zu legen, sich mit beiden Dosen eines COVID-Impfstoffs impfen zu lassen.

Forschungsergebnisse zeigen, dass die zugelassene Impfstoffe gegen Coronavirus-Varianten, einschließlich der Delta-Variante, nützlich sind, um schwere Erkrankungen zu vermeiden. Der bestmögliche Schutz (wenn auch keine Garantie) bietet eine vollständige Impfung mit zwei Dosen eines Corona-Impfstoffs.