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"Das grenzt an Bestechung" - Mitsotakis lobt Impfprämie aus

Von Michail Arampatzoglou  & Euronews
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"Das grenzt an Bestechung" - Mitsotakis lobt Impfprämie aus
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Die griechische Regierung greift tief in die Tasche, um den Anreiz für die Covid-19-Schutzimpfung zu erhöhen.

Junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren erhalten eine Bezahlkarte im Wert von 150 Euro, wenn sie sich impfen lassen oder zumindest einen Termin dafür vereinbaren. Das Projekt richtet sich an 940.000 Menschen und hat ein Finanzvolumen von 141 Millionen Euro.

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis appellierte: "Ich rufe unsere Mädchen und Jungen auf, die Chance zu ergreifen und sich impfen zu lassen. Sie werden reisen, sich bewegen, Spaß haben und gleichzeitig einen Beitrag zu den nationalen Bemühungen leisten, dieses große Abenteuer Coronavirus zu überwinden."

Die Regierung wirbt auch mit Spots, die junge Leute ansprechen sollen, für die sogenannte Freiheitskarte. Das Guthaben daruf kann für Leistungen in den Bereichen Tourismus und Kultur eingelöst werden, also etwa Hotelbuchungen, Fähr- und Flugtickets, Konzerte oder Museumsbesuche.

"Kein geeigneter Weg"

Passanten in Athen waren unterschiedlicher Meinung. Ein junge Frau in der Altersgruppe, die den Freiheitspass beanspruchen kann, meinte: "Für mich ist dies kein geeigneter Weg, Menschen zum Impfen zu bewegen. Wer sich impfen lassen will, sollte es tun, weil er es will und ernsthaft darüber nachgedacht hat, nicht wegen einer Geldprämie."

Ein Mann sagte: "Das ist eine gute Maßnahme. Der Tourismus wird gestärkt. Allerdings sollten sich junge Leute nicht nur wegen der Karte impfen lassen. Es müsste auch ohne solche Maßnahmen gehen."

Eine andere junge Frau hatte keine hohe Meinung von dem Projekt: "Das grenzt an Bestechung, sollte aber auf freiem Willen beruhen. 150 Euro sind nicht viel Geld."

Ein Drittel hat Vollschutz

Die rund elf Millionen Einwohnerinnen und Einwohner haben bislang acht Millionen Impfdosen erhalten. Ein Drittel ist vollständig immunisiert.

Euronews-Korrespondent Michalis Arampatzoglou kommentierte in Athen: "Die griechische Regierung will die Impfung von mehr als 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung erreichen. Aus dem gleichen Grund wird ein Vorschlag des Bioethik-Komitees erwartet, ob Impfungen für bestimmte Berufsgruppen verpflichtend werden sollen."