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Jonas Kaufmann unter freiem Himmel in "Tosca" in Nordspanien

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Jonas Kaufmann unter freiem Himmel in "Tosca" in Nordspanien
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Von Andrea Bolitho  & Sabine Sans
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Seit 1900 gehört die Oper "Tosca" zu den fünf am häufigsten gespielten Werken des Repertoires des italienischen Komponisten aus Luca. Die Kombination aus Brutalität und Lyrik, die mit großem Sinn für Rhythmus und dramatischer Aufwärtsspannung erzählt wird, sowie die Intensität und Komplexität der Charaktere machen diese Oper zu einem der eindrucksvollsten Werke Puccinis. Floria Tosca steht im Mittelpunkt eines musikalischen Dramas, das von großem Realismus und psychologischer Kraft zeugt. Mit Unterstützung des Chors und des Orchesters des Madrider Teatro Real und unter der musikalischen Leitung von Nicola Luisotti als Dirigent wurde diese konzertante Aufführung von Tosca beim Festival Castell Peralada in Nordspanien.

Die Sopranistin Sondra Radvanovsky, der Tenor Jonas Kaufmann sowie der Bariton Carlos Álvarez), der dem Festival Castell de Peralada eng verbunden ist, spielten die Hauptrollen Floria Tosca, Mario Cavaradossi und Scarpia.

"Tosca" unterm Sternenhimmel

"Es ist eine konzertante Aufführung, das Publikum kann sich vielleicht mehr auf die Musik konzentrieren als normalerweise", sagt Bariton Carlos Àlvarez. Sopranistin Sondra Radvanovsky fügt an: "Ich finde es intimer, bei einem Opernkonzert findet man andere Klangfarben." Und Tenor Jonas Kaufmann meint: "Die Musik ist so eindrücklich, sie lässt Bilder entstehen."

"Tosca, Puccini - ein Erlebnis"

Der Cavaradossi in Tosca gilt als eine von Jonas Kaufmanns Paraderollen: "Es ist eine der perfektesten Opern, die je geschrieben wurden, es gibt eine Handvoll Opern, bei denen man keinen Ton verpassen möchte, und Tosca gehört dazu", sagt der Startenor.

"Es geht um Liebe, Eifersucht und den Kampf für das, woran man glaubt, und darum, sich selbst treu zu bleiben, sowohl Cavaradossi als auch Tosca sind sich selbst treu, deshalb sterben sie am Ende - tut mir leid, dass ich das verrate", so Sondra Radvanovsky.

Die Tosca der amerikanisch-kanadischen Sopranistin ist weicher, als sie oft dargestellt wird, weniger eine Primadonna: "Ihre Figur ist weniger eine Diva als vielmehr eine junge Sängerin", so die Sopranistin:

"Sie liebt, was sie tut, sie ist verliebt, sie ist eher eine einfache, sanfte Tosca."

Jonas Kaufmann erklärt seine Rolle: "Cavaradossi liebt Tosca so sehr, dass er, egal was passiert, unter ihren Augen dahinschmilzt, wenn Tosca ein zickiger Charakter wäre, wie man es manchmal sieht, das wäre nicht glaubwürdig."

Der spanische Bariton Carlos Àlvarez wollte der Rolle des sadistischen Polizeichefs Scarpia eine neue Richtung geben:

"Wenn man sich Scarpia als verliebten, verzweifelt verliebten Mann vorstellt, vergisst man den Archetyp des mächtigen und bösen Mannes, man kann böse sein, aber auf eine sehr sanfte Art."

Schlichtheit der Floria Tosca

Für die amerikanisch-kanadische Sopranistin ist Schlichtheit der Schlüssel zur berühmten Arie der Tosca: _"Je einfacher 'Vissi d'arte' gesungen wird, desto mehr wirkt die Arie nach, weil sie dann wie ein demütiges Gebet klingt."
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Die Oper, die mit neuen Kameras aufgenommen wurde, wird in Zukunft auf der Website des Festivals Castell de Peralada abzurufen sein.