Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

EU-Gipfel im Kampf gegen hohe Energiepreise gespalten

Access to the comments Kommentare
Von Stefan Grobe  & Joanna Gill
euronews_icons_loading
Die Regierungschefs Schwedens, Österreichs, der Niederlande, Zyperns und Luxemburgs
Die Regierungschefs Schwedens, Österreichs, der Niederlande, Zyperns und Luxemburgs   -   Copyright  YVES HERMAN/AFP or licensors

In Brüssel sind die Staats- und Regierungschefs der EU zu einem Gipfel zusammen gekommen, der vor allem eine Antwort auf die stark angezogenen Energiepreise finden soll. Doch darüber ist die Runde tief gespalten - sowohl bei kurzfristigen Lösungen zur Preisreduzierung, als auch beim langfristigen Übergang zu einer grünen Energieversorgung ohne zusätzliche Kosten für die Verbraucher. Die Erwartungen an einen Durchbruch waren gering.

Natürlich wolle Spanien schneller vorankommen, sagte Ministerpräsident Pedro Sanchez. Doch Europa sei eine Institution der kleinen Schritte.

Polen forderte die Kommission auf, ihre grünen Pläne zurückzunehmen. Doch Länder wie Deutschland, Dänemark und die Niederlande argumentierten vehement dagegen, Wochen vor Beginn der Weltklimakonferenz in Glasgow.

Diese Konferenz sei die letzte Chance, deshalb brauche es nationalen wie gemeinsamen Ehrgeiz und entsprechende Finanzmittel, so die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen.

Überschattet werden könnte die Energie-Debatte vom Streit zwischen Brüssel und Warschau über die Rechtsstaatlichkeit. Auf die Androhung von Strafen reagierte Polens Ministerpräsident gelassen. Man gebe Erpressungsversuchen nicht nach, sondern sei bereit zum Dialog, meinte Mateusz Morawiecki.

Die Niederlande zeigten sich knallhart. Es gehe um die Fundamente unserer Demokratien, da sei nichts zu verhandeln, stellte Ministerpräsident Mark Rutte klar.

Ungarns Regierungschef Viktor Orban, dessen Regierung ebenfalls von EU-Sanktionen bedroht wird, verteidigte seinen polnischen Kollegen. Polen sei das beste Land in Europa - da seien Sanktionen lächerlich.

Die Diskussionen darüber dürften also hitzig werden, die Schlussfolgerungen aber eher nicht. Die meisten Tagesordnungspunkte dürften ohnehin auf dem Dezember-Gipfel erneut auftauchen.