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Wollte für Ordnung sorgen: Schütze von Kenosha (18) freigesprochen

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Von Euronews  mit dpa
Wollte für Ordnung sorgen: Schütze von Kenosha (18) freigesprochen
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**Kyle Rittenhouse hat zwei Menschen getötet. Er wollte Plünderungen während der Black-Lives-Matters-Proteste verhindern, sagt er. Einige Rechte sehen ihn als Helden. Sein Freispruch könnte die Proteste neu befeuern. **

Auf den Videoaufnahmen aus dem Gerichtssaal ist zu sehen, wie Kyle Rittenhouse nach der Urteilsverkündung zusammensackt und erleichtert um Fassung ringt. 

Der zur Tatzeit im vergangenen Jahr erst 17-Jährige hatte sich in dem viel beachteten Prozess auf sein Recht zur Selbstverteidigung berufen. Er sei damals nach Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin gereist, um dort Eigentum vor Plünderungen zu schützen. 

In Kenosha waren im Sommer 2020 schwere Proteste ausgebrochen, nachdem der Afroamerikaner Jacob Blake bei einem Polizeieinsatz erschossen worden war.

Rittenhouse hatte bei einem der Proteste zwei weiße Männer mit einem Sturmgewehr vom Typ AR-15 getötet und eine weitere Person verletzt. Die Anklage legte ihm unter anderem Mord in zwei Fällen zur Last. Ihm drohte lebenslängliche Haft. Doch die zwölf Geschworenen am Gericht in der Stadt Kenosha befanden den Schützen jetzt in allen fünf Anklagepunkten für nicht schuldig.

Manche Rechte sehen den Mann als Helden, weil er sich für die öffentliche Sicherheit eingesetzt habe. Auch der damalige US-Präsident Donald Trump verteidigte ihn im Wahlkampf und suggerierte nach dem Zwischenfall, der Jugendliche habe in Notwehr gehandelt.

Debatte um Recht auf Selbstverteidigung

Der Prozess hat in den USA bereits eine Debatte über das Recht auf Selbstverteidigung und das Recht, eine Waffe zu tragen, ausgelöst.

Das Urteil könnte Vorwürfe befeuern, wonach weiße Angeklagte von der US-Justiz oft besser behandelt werden als Schwarze, und zu neuen Protesten führen. Im Gericht und vor dem Gebäude waren zuvor die Sicherheitsmaßnahmen deutlich verschärft worden.

Der Fall ereignete sich 2020 in einem aufgeheizten politischen Klima, denn nur etwa drei Monate vorher war in Minneapolis der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden. 

Videos vom Todeskampf Floyds verbreiteten sich wie ein Lauffeuer und führten landesweit zu anhaltenden Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus.