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Krieg bekommt neue Dimension: Ukraine attackiert Iran-Nachschub

Archivbild: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump
Archivbild: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump Copyright  AP Photo
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Von Euronews Farsi team
Zuerst veröffentlicht am
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Der Ukraine-Krieg und der Konflikt mit dem Iran rücken immer enger zusammen. Nach ukrainischen Angriffen auf Schiffe mit mutmaßlichen Militärtransporten protestiert Teheran scharf. Selenskyj wirft Russland vor, den Iran mit Satellitendaten für Angriffe auf US-Stützpunkte unterstützt zu haben.

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine hat eine neue Dimension erreicht. Nach Angaben aus Kyjiw griff die Ukraine erstmals Schiffe im Kaspischen Meer an, die für den Transport militärischer Güter zwischen Russland und dem Iran genutzt worden sein sollen. Damit rückt auch der Iran noch stärker in den Fokus des Konflikts.

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Nach ukrainischen Angaben richteten sich die Langstreckenangriffe gegen Nachschubrouten, über die militärisches Material zwischen beiden Ländern transportiert werde. Der Iran bestätigte, dass eines der betroffenen Schiffe ein iranischer Frachter gewesen sei. Dabei sei ein Besatzungsmitglied getötet und mehrere weitere verletzt worden.

Iran protestiert scharf

Teheran reagierte umgehend und bestellte den ukrainischen Geschäftsträger ein. Das Außenministerium verurteilte den Angriff und kündigte an, die eigenen Sicherheitsinteressen entschlossen zu verteidigen. Außenminister Abbas Araghtschi forderte nach Angaben iranischer Medien zudem eine Reaktion des UN-Sicherheitsrats und der Europäischen Union.

Auch in iranischen sozialen Netzwerken wurden Forderungen nach Vergeltung laut. Der frühere Parlamentsabgeordnete Nezameddin Mousavi erklärte, die Antwort auf den Angriff im Kaspischen Meer müsse „im Schwarzen Meer erfolgen". Offizielle militärische Drohungen sprach die iranische Führung bislang jedoch nicht aus.

Selenskyj erhebt neue Vorwürfe gegen Russland

Zeitgleich verschärfte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Ton gegenüber Moskau. In einem Beitrag auf X behauptete er, Russland habe dem Iran Satellitenaufnahmen zur Verfügung gestellt, die bei Angriffen auf US-Militärstützpunkte im Nahen Osten genutzt worden seien.

Nach seinen Angaben hätten russische Satelliten Anfang Juli wiederholt US-Stützpunkte und militärische Einrichtungen in Bahrain, Jordanien und Kuwait beobachtet. Zwischen den Aufnahmen und den späteren iranischen Angriffen bestehe eine „klare Korrelation", schrieb Selenskyj. Belege für diese Vorwürfe legte die Ukraine bislang nicht vor. Moskau hat sich dazu bisher nicht geäußert.

Widerspruch zu Trump

Die Aussagen Selenskyjs stehen im Gegensatz zu Äußerungen von US-Präsident Donald Trump. Dieser erklärte zuletzt, sowohl Russlands Präsident Wladimir Putin als auch Chinas Staatschef Xi Jinping hätten ihm zugesichert, keine Waffen an den Iran zu liefern. Während Trump damit die militärische Unterstützung Teherans herunterspielte, wirft Selenskyj Russland nun zumindest geheimdienstliche Hilfe vor.

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass sich der Ukraine-Krieg und die Spannungen im Nahen Osten zunehmend überschneiden. Sollte sich der militärische Austausch zwischen Moskau und Teheran weiter intensivieren, könnte sich der Konflikt noch weiter ausweiten.

Truth Social RealDonaltrump
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Die Führungen in Moskau und Peking haben bislang nicht offiziell auf die Vorwürfe des ukrainischen Präsidenten reagiert.

Iran bestellt ukrainischen Vertreter ein

Iran erklärte, eines der angegriffenen Schiffe sei ein iranisches Handelsschiff gewesen. Dabei sei ein Matrose getötet und mehrere weitere verletzt worden.

Als Reaktion auf den Angriff bestellte das iranische Außenministerium am Samstag den geschäftsführenden ukrainischen Vertreter in Teheran ein und legte formell Protest ein.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur IRNA betonte der Iran bei dem Treffen, "die Islamische Republik werde ihre Sicherheit und ihre nationalen Interessen entschlossen verteidigen und Angriffe auf Leben und Eigentum ihrer Bürger nicht unbeantwortet lassen".

Unterdessen wächst im Iran der Druck auf die Regierung. In sozialen Netzwerken werfen zahlreiche Nutzer dem Außenministerium eine zu zurückhaltende Reaktion vor und fordern eine harte Antwort auf den Angriff. Dabei wird auch auf das iranische Raketenarsenal verwiesen.

Der frühere iranische Parlamentsabgeordnete Nezameddin Mousavi erklärte, die Antwort auf den Angriff im Kaspischen Meer müsse „im Schwarzen Meer erfolgen“. Zugleich regte er an, die bislang selbst gesetzte Reichweitenbegrenzung von 2.000 Kilometern für iranische ballistische Raketen zu überdenken.

Diplomatisch reagierte Teheran ebenfalls scharf. Nach Angaben des Außenministeriums verurteilte Außenminister Abbas Araghtschi den Angriff in einem Telefonat mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas und forderte eine Reaktion des UN-Sicherheitsrats, der Europäischen Union und der internationalen Gemeinschaft.

Das Gespräch fand nur zwei Tage nach neuen EU-Sanktionen gegen den Iran statt. Die Europäische Union hatte mehrere iranische Richter wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen auf ihre Sanktionsliste gesetzt, darunter wegen der Verfolgung politischer Gegner und religiöser Minderheiten.

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