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1. Fall der neuen Coronavirus-Variante in Belgien gefunden

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Von Julika Herzog  mit dpa
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1. Fall der neuen Coronavirus-Variante in Belgien gefunden
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Wegen einer neuen besorgniserregenden Coronavirus-Variante, die in Südafrika entdeckt wurde, haben Italien, Großbritannien, Israel und jetzt auch Deutschland vorsorglich den Flugverkehr in sechs afrikanischen Ländern der Region eingeschränkt, nach Lesotho, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini.

Der erste Fall der neuen Variante, die derzeit den Namen B.1.1.529 trägt, wurde in Europa heute aus Belgien gemeldet. Das gab der Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke bekannt. Er mahnte zur Vorsicht, Panikmache sei aber nicht angebracht. Es handle sich um eine Person, die am 22. November positiv getestet wurde nachdem sie aus dem Ausland zurückgekehrt sei.

Deutschland wird Südafrika wegen der neu auftretenden Variante B.1.1.529 zum Virusvariantengebiet erklären. Die Regelung trete heute Nacht in Kraft, Fluggesellschaften dürften dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern, teilt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit. Eine weitere Maßnahme ist zwei Wochen Quarantänepflicht für alle.

"Unsere Wissenschaftler - und auch ich- sind sehr besorgt wegen dieser Variante. Deswegen haben wir heute diese Maßnahmen ergriffen. Wir wissen noch nicht genug über die Variante", sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid.

Experten befürchten, dass die Variante B.1.1.529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen nicht nur noch ansteckender als die Delta-Variante sei, sondern auch den Schutzschild der verfügbaren Impfstoffe leichter durchdringen könnte und sie somit weniger wirksam seien.

Das südafrikanische Institut für Ansteckende Krankheiten NICD teilte am Donnerstag mit, es seien in Südafrika erste 22 Fälle der neuen Variante B.1.1.529 nachgewiesen worden. Mit mehr Fällen sei im Zuge der laufenden Genomanalysen zu rechnen.

Südafrikas Gesundheitsminister Joe Phaahla erklärte, die neue Variante bestätige die "Tatsache, dass dieser unsichtbare Feind sehr unvorhersehbar ist". Er rief die Südafrikaner auf, Masken zu tragen, Abstand zu halten und insbesondere sich impfen zu lassen.

"Ein Team von Wissenschaftlern wird die Variante über das Wochenende weiter studieren und uns mehr Informationen geben, die uns helfen werden. Aber wir können aufgrund der Erfahrungen der letzten 21 Monate fast vorhersagen, wie es weitergeht. Genauso wie die Deltavariante wird sich diese Variante sicher in den nächsten Wochen noch mehr verbreiten, gerade weil die Menschen noch mehr reisen werden zum Jahresende."

Eine Arbeitsgruppe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) will sich noch am Freitag treffen, um die neue Variante zu bewerten. Sie wird auch darüber entscheiden, ob sie einen Namen aus dem griechischen Alphabet erhält oder nicht.

Auch die EU wird vorraussichtlich bald den Flugverkehr ins südliche Afrika einschränken, dies kündigte Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen an.