Für ein besseres Weihnachtsgefühl: italienische Stadt sponsert Stromrechnungen

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Von Luca Palamara mit Euronews
Die Weihnachtsstimmung in Pomigliano d'Arco ist auf den Straßen nopch ausbaufähig
Die Weihnachtsstimmung in Pomigliano d'Arco ist auf den Straßen nopch ausbaufähig   -   Copyright  Euronews/Luca Palamara

Wirklich friedliche Festtage sind in Italien nicht in Sicht. In den vergangenen beiden Jahren mussten die Italienerinnen und Italiener während der Weihnachtsfeiertage mit der Pandemie leben. Diesmal sollte es eigentlich eine Art weihnachtliches Comeback geben, nicht nur psychologisch, sondern auch wirtschaftlich.

Doch der Krieg in der Ukraine und die schwere Energiekrise haben auch dem Weihnachtsfest 2022 einen schweren Schlag versetzt.

Der Anstieg der Stromrechnungen ist für viele Familien und Geschäfte unerträglich geworden. Einige Bürgermeisterinnen und Bürgermeister haben beschlossen, auf Straßenschmuck und festliche Beleuchtung zu verzichten, um das eingesparte Geld denjenigen zukommen zu lassen, die nicht in der Lage sind, die Rechnungen zu bezahlen.

So auch Gianluca Del Mastro, der Bürgermeister von Pomigliano d'Arco: "Das erste, was mich erschreckt hat, war, dass die Stromrechnung unserer Gemeinde um das sechsfache gestiegen ist. Das ist der Grund, warum ich keine Initiativen ergriffen habe, die auf Kosten der ganzen Stadt gehen könnten, denn die Kosten der Gemeinde spiegeln sich eindeutig in den Kosten für die Bürger wider, in Bezug auf Dienstleistungen und Steuern."

120 000 Euro für Stromrechnungen

Pomigliano d'Arco ist eine Stadt mit 40 000 Einwohnerinnen und Einwohnern und das Zentrum eines der wichtigsten Industriegebiete in Süditalien.

Dort kommentierte Euronews-Korrespondent Luca Palmara: "Wir befinden uns im Zentrum von Pomigliano, nur wenige Tage vor Weihnachten, und es ist nur sehr wenig Weihnachtsschmuck zu sehen. Die Straßen wirken vielleicht etwas traurig, aber viele Familien, die in dieser Stadt in der Provinz Neapel leben, werden ein friedliches Weihnachtsfest verbringen können, ohne sich um die Stromrechnungen kümmern zu müssen."

Bürgermeister Gianluca Del Mastro erläuterte: "Wir haben 120.000 Euro zur Verfügung gestellt. Im Moment wissen wir noch nicht, wie viele Familien sich dieser Initiative anschließen werden, aber es werden sicherlich viele sein. Wir gehen davon aus, dass jede Familie einen Betrag zwischen 300 und 400 Euro erhalten wird. Das ist in diesem historischen Moment sehr wichtig."

Zu dieser Zeit sind die Einkaufsstraßen in Italien normalerweise mit einer ganzen Reihe von Lichterketten geschmückt, aber dieses Jahr sind sie leer. Nur die Dekorationen der Geschäfte vermitteln ein wenig Weihnachtsstimmung. Der in der Luft hängende Weihnachtsmann an einer Hausfassade spricht still für sich. Italien hofft auf schönerer Festtage im nächsten Jahr.