Vor Kälte erstarrt und auf dem Dachboden gerettet: 1500 Fledermäuse flattern wieder durch Houston

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Von Euronews  mit AP/AFP/DPA
Mary Warwick von der Houston Humane Society hält eine gerettete Mexikanische Bulldoggfledermaus in der Hand.
Mary Warwick von der Houston Humane Society hält eine gerettete Mexikanische Bulldoggfledermaus in der Hand.   -   Copyright  Elizabeth Conley/Houston Chronicle via AP

Der jüngste Wintereinbruch im US-Bundesstaat Texas hatte sie kalt erwischt, nun sind rund 1500 Fledermäuse wieder an ihre angestammten Schlafplätze zurückgekehrt: unter mehreren Autobahnbrücken im Großraum Houston.

Ihre Rettung verdanken die kälteempfindlichen Flattermänner der beherzten Tierschützerin Mary Warwick und ihren Helferinnen. Die Fledermäuse waren wegen des Kälteschocks wie Steine zu Boden gefallen und von Freiwilligen eingesammelt worden.

Winzig und nur wenig Körperfett

Besonders die mexikanischen Bulldoggfledermäuse seien winzig und hätten nur wenig Körperfett, so dass sie bei eisigen Temperaturen auf dem Boden liegend nicht lange überleben könnten, hieß es in einer Erklärung der Houston Humane Society.

Mary Warwick brachte die Tiere kurz entschlossen auf ihren Dachboden unter und päppelte sie - zum Teil in Brutkästen - wieder auf. Die Tiere brauchten nach ihren Angaben nur ab und zu Wasser, kamen aber vorübergehend auch ohne Nahrung aus. Die kühle, aber nicht zu kalte Temperatur auf dem Dachboden habe den Stoffwechsel der Tiere verlangsamt und damit in eine Art Winterschlaf versetzt - aber nur vorübergehend.

Vorübergehender Winterschlaf auf dem Dachboden

Klar war, dass sie wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückgebracht werden müssten, so Mary Warwick, von der Houston Humane Society. "Sie leben in einer Gesellschaft. Sie haben Freunde, sie haben Partner. Wenn wir sie an einem anderen Ort freilassen würden, müssten sie um ihr Revier kämpfen, weil sie dort nicht willkommen wären. Sie müssen dorthin zurückkehren, wo sie zu Hause sind."

Die Rettungsaktion der Fledermäuse war ein voller Erfolg, sagt Mary Warwick sichtlich bewegt. "Es gab da einen Film in meiner Kindheit namens 'Born Free - Frei geboren'. Dazu gehört ein ziemlich bewegender Song, der ebenso heißt 'Born Free'. Und ich denke jedes Mal an diesen Song, wenn ich ein Tier freilasse. Es ist einfach ein unvergleichliches Gefühl."

"Born Free"- Abendlicher Flug in die Freiheit

Die Fledermäuse scheinen ihren unfreiwilligen Ausflug in den Speicher größtenteils gut überstanden zu haben, wie die Videos von ihrer der Freilassung am vergangenen Mittwochabend zeigen. Viele Schaulustige waren mit dabei.

Die Beobachtung von Fledermäusen ist in Texas ein beliebter Zeitvertreib, mehrere Brücken beherbergen große Kolonien und ziehen in der Abenddämmerung zahlreiche Besucher an.