Die Äußerungen des Teheraner Regimechefs kommen einen Tag nach der Aussage von US-Präsident Trump, dass Washington friedliche Demonstranten retten werde, wenn Teheran sie gewaltsam töte.
Der iranische Ayatollah Ali Khamenei erklärte am Samstag, "Randalierer müssten in ihre Schranken gewiesen werden". Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump am Freitag angekündigt, Washington werde "zu ihrer Rettung kommen", sollte Teheran "friedliche Demonstranten gewaltsam töten".
Khameneis Äußerungen fallen in eine Phase anhaltender Proteste gegen die angeschlagene iranische Wirtschaft, bei denen bislang mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen sind. Es handelt sich um die größten Demonstrationen seit den landesweiten Protesten nach dem Tod von Jina Mahsa Amini im Jahr 2022.
Die Führung in Teheran reagierte umgehend auf Trumps Aussagen und drohte damit, US-Truppen im Nahen Osten anzugreifen. Am Samstag meldeten US-Stellen zudem die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, eines langjährigen Verbündeten Teherans, was die Spannungen weiter verschärfte.
In einer im staatlichen Fernsehen übertragenen Rede sagte Khamenei vor einem Publikum in Teheran, Proteste gegen den Verfall der Landeswährung Rial seien nicht mit Aufständen gleichzusetzen. "Wir sprechen mit den Demonstranten, die Behörden müssen mit ihnen sprechen", sagte er. "Aber es hat keinen Sinn, mit Krawallmachern zu reden. Randalierer müssen in ihre Schranken gewiesen werden."
Der 86-jährige Ayatollah fügte hinzu, die Proteste würden von externen Akteuren wie den USA und Israel geschürt, ohne dafür Belege vorzulegen.
Zudem machte Khamenei erneut "den Feind" für den Zusammenbruch des Rials verantwortlich. "Viele, die vom Feind angestiftet oder angeheuert wurden, stellen sich hinter Händler und Ladenbesitzer und skandieren Parolen gegen den Islam, den Iran und die Islamische Republik", sagte er.
In der Nacht zum Samstag kamen Berichten zufolge zwei weitere Menschen ums Leben. Einer sei in der Stadt Qom bei der Explosion einer Granate getötet worden, die er nach Angaben der staatlichen Zeitung Iran bei sich getragen habe, um Menschen anzugreifen. Bei dem zweiten Todesopfer handele es sich demnach um ein Mitglied der Basidsch, des freiwilligen Arms der paramilitärischen Revolutionsgarde, in der Stadt Harsin.
Die Demonstrationen hätten sich inzwischen auf rund 100 Orte in 22 der 31 iranischen Provinzen ausgeweitet, berichtete die in den USA ansässige Nachrichtenagentur Human Rights Activists News Agency.
Der Iran hat in den vergangenen Jahren wiederholt tödliche Proteste erlebt. Im Jahr 2019 wurden nach offiziellen Angaben rund 300 Menschen bei Demonstrationen gegen eine Benzinpreiserhöhung getötet. Bei den Protesten nach dem Tod von Jina Mahsa Amini im Jahr 2022 kamen mehr als 500 Menschen ums Leben, zudem wurden über 22.000 Personen festgenommen.