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EU baut Handel aus: Strategische Partnerschaft mit Vietnam

Der Präsident des Europäischen Rates Antonio Costa, links, und der vietnamesische Präsident Luong Cuong umarmen sich nach einer Pressekonferenz in Hanoi, Vietnam, Donnerstag, 29. Januar 2026
Der Präsident des Europäischen Rates Antonio Costa, links, und der vietnamesische Präsident Luong Cuong umarmen sich nach einer Pressekonferenz in Hanoi, Vietnam, Donnerstag, 29. Januar 2026 Copyright  Bui Lam Khanh/VNA
Copyright Bui Lam Khanh/VNA
Von Malek Fouda
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Die EU und Vietnam heben ihre Beziehungen auf Hanois höchste diplomatische Stufe. Mit der „umfassenden strategischen Partnerschaft“ zieht Brüssel im Status zu den USA, China und Russland gleich – und setzt in Zeiten von Zollstreit und Handelsdruck auf engere Kooperation in Südostasien.

Die Europäische Union und Vietnam haben am Donnerstag weitgehend unbemerkt eine wichtige diplomatische Aufwertung vollzogen. Beide Seiten hoben ihre Beziehungen zu einer „umfassenden strategischen Partnerschaft“ an – der höchsten Stufe in Hanois Außenbeziehungen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Sorgen über Störungen im Welthandel und steigenden Zolldruck aus Washington.

Mit der Aufwertung rückt die EU in dieselbe diplomatische Spitzengruppe wie die USA, China und Russland. Zugleich unterstreicht Brüssel damit den Anspruch, seine Präsenz in Südostasiens wachsendem Produktionszentrum auszubauen.

„In einer Zeit, in der die regelbasierte internationale Ordnung von vielen Seiten bedroht ist, müssen wir als verlässliche und berechenbare Partner Seite an Seite stehen“, sagte der Präsident des Europäischen Rates, António Costa. Die Partnerschaft solle helfen, „Bereiche gemeinsamen Wohlstands“ zu entwickeln.

Costa reiste nach einem Besuch in Indien an, den er gemeinsam mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen absolvierte, und traf in Hanoi ein. Dort erzielte Brüssel am Dienstag nach fast zwei Jahrzehnten Verhandlungen ein Freihandelsabkommen.

Die Ankündigung kommt zudem nur wenige Tage nach der Wiederwahl von Generalsekretär To Lam durch die Kommunistische Partei Vietnams. Damit bekräftigt er seinen Kurs aggressiver Wirtschaftsreformen, um das exportorientierte Wachstum des Landes zu sichern.

Vietnams Präsident Luong Cuong nannte die Aufwertung einen „historischen Meilenstein“. Die Bedeutung ist jedoch keineswegs nur symbolisch.

Vietnam hat sich zu einem der großen Gewinner der Globalisierung entwickelt. Das Land ist heute ein wichtiger Standort für die Produktion von Elektronik, Bekleidung und Konsumgütern. Viele multinationale Unternehmen verlagern ihre Fertigung zunehmend aus China – und Vietnam profitiert davon.

Für Brüssel bedeutet das Abkommen besseren Zugang zu einem der am schnellsten wachsenden Produktionsstandorte Asiens. Es unterstützt außerdem die Bemühungen, Lieferketten zu diversifizieren – in einer Phase globaler Spannungen und einer aggressiven Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump.

Der Präsident des Europäischen Rates Antonio Costa, links, und der vietnamesische Präsident Luong Cuong schütteln sich in Hanoi, Vietnam, am Donnerstag, 29. Januar 2026, die Hände.
Der Präsident des Europäischen Rates Antonio Costa, links, und der vietnamesische Präsident Luong Cuong geben sich in Hanoi, Vietnam, am Donnerstag, 29. Januar 2026, die Hand. Bui Lam Khanh/VNA

Der Handel zwischen Vietnam und der EU erreichte in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres mehr als 66,8 Milliarden Dollar (55,9 Milliarden Euro). Das entspricht einem Plus von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die EU ist Vietnams viertgrößter Handelspartner, drittgrößter Exportmarkt und fünftgrößte Importquelle. Vietnam ist zugleich der größte Handelspartner der EU in Südostasien.

Vietnam will sein Wachstum fortsetzen, um das Ziel zu erreichen, bis 2045 eine wohlhabende Nation zu werden. Dafür sucht Hanoi offensiv nach neuen Märkten und will die Abhängigkeit von den USA verringern, dem wichtigsten Exportziel des Landes.

Ausfuhren in die USA machen rund 30 Prozent der vietnamesischen Gesamtexporte aus. Erleichtert wurde das unter anderem durch ein 2020 unterzeichnetes Freihandelsabkommen zwischen beiden Ländern.

Weitere Quellen • AP

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