Der Verkauf von LMB Aerospace an einen amerikanischen Konzern hat in Frankreich eine Kontroverse ausgelöst. Die Regierung versichert, dass die Produktion im Land bleiben und der Staat die Kontrolle behalten werde.
Die Regierung hat diese Woche den Verkauf von LMB Aerospace, einem französischen Hersteller von Ventilatoren für militärische und zivile Triebwerke im Departement Corrèze, an das amerikanische Unternehmen Loar Group offiziell bestätigt.
Mit diesen Lüftern werden unter anderem das Kampfflugzeug Rafale, die atomaren Träger-U-Boote (SNLE), die Tiger-Hubschrauber, der Leclerc-Panzer und der Flugzeugträger Charles de Gaulle ausgestattet.
Die Entscheidung, die vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und Aufrüstungsbestrebungen getroffen wurde, löste schnell eine Welle der Kritik aus. Mehrere Politiker prangerten einen Angriff auf die industrielle und militärische Souveränität Frankreichs an.
Von Seiten der extremen Rechten verurteilte der Vorsitzende des Rassemblement National, Jordan Bardella, auf X einen "großen Ausverkauf" und betonte, dass "die Wiederbewaffnung Frankreichs eine lebenswichtige Notwendigkeit" sei.
Dominique de Villepin, einst Premierminister der Konservativen unter Jacques Chirac, äußerte sich auf X ebenfalls ironisch: "Wenn jemand die Souveränitätskriterien der Regierung versteht, dann möge er sie mir erklären!"
Ähnliche Töne kamen von Seiten der Linken: Die LFI-Abgeordnete Aurélie Trouvé bezeichnete den Verkauf als"selbstmörderisch". "Ein Industrieunternehmen von strategischer Bedeutung für die französische Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie geht also in die Hände der USA von Trump", schrieb sie auf ihrem X-Account.
Wirtschaftsminister Roland Lescure verteidigte die Transaktion und sagte, LMB Aerospace werde ein Unternehmen "aus Corrèze bleiben, das in die ganze Welt Ventilatoren exportiert, mit denen Motoren in Schiffen und Flugzeugen, militärisch oder zivil, gekühlt werden können".
Das Unternehmen beschäftige 70 Mitarbeiter und erwirtschafte "50 Millionen Euro Umsatz, davon 20 % in Frankreich und 80 % im Ausland, insbesondere in den USA".
Das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen versichert, dass der Staat ein Vetorecht bei allen strategischen Entscheidungen behalten werde und dass "äußerst strenge" Bedingungen für den Verkauf gälten. Nach Angaben der Regierung ermöglicht dieser Ansatz, die Produktion in Frankreich zu sichern und gleichzeitig die staatliche Kontrolle über strategische Aktivitäten zu stärken.