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Korruption in der Ukraine: Ex-Energieminister beim Versuch, ins Ausland zu fliehen, festgenommen

Der ehemalige Justizminister und Ex-Energieminister der Ukraine German Galushchenko
Der ehemalige Justizminister und Ex-Energieminister der Ukraine German Galushchenko Copyright  Claudio Bresciani/TT News Agency via AP
Copyright Claudio Bresciani/TT News Agency via AP
Von Alexei Doval mit AFP
Zuerst veröffentlicht am
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Der frühere Energieminister der Ukraine, Herman Haluschtschenko, der in einen Korruptionsskandal verwickelt sein soll, ist von NABU-Ermittlern festgenommen worden, als er versuchte, ins Ausland zu reisen.

Der ehemalige ukrainische Energie- und Justizminister Herman Haluschtschenko (auch: German Galushchenko) war im November 2025 inmitten eines großen Korruptionsskandals zurückgetreten. Am Sonntag wurde der 52-jährige Politiker beim Versuch, die ukrainische Grenze zu überqueren, festgenommen. Dies teilte die Anti-Korruptionsbehörde NABU mit.

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"Bei der Überquerung der Staatsgrenze haben NABU-Beamte den ehemaligen Minister für Energie im Rahmen des Fall 'Midas' festgenommen", meldete die Anti-Korruptionsbehörde NABU am 15. Februar 2026.

Offenbar im Nachtzug von Kyjiw nach Warschau festgenommen

Haluschtschenkos Name wird in der Mitteilung nicht erwähnt, aber die ukrainischen Medien zweifeln nicht daran, dass es sich um Halutschtschenko handelt. Berichten zufolge war der Ex-Minister an Bord des Nachtzugs von Kyjiw nach Warschau in Polen. In diesem Zug werden die Papiere der Passagiere streng kontrolliert - vor allem um zu verhindern, dass wehrpflichtige Männer die von Russland angegriffene Ukraine verlassen.

Nach Angaben des ukrainischen Abgeordneten Oleksij Hontscharenko wurde gegen den ehemaligen Minister bereits eine Anzeige wegen des Verdachts einer Straftat erstattet.

Korruption - seit langem ein massives Problem in der Ukraine

Halutschtschenko war einer von mehreren Ministern, die 2025 zurücktreten mussten, nachdem der NABU ein groß angelegtes Korruptionssystem zur Veruntreuung von Geldern im Energiesektor der Ukraine aufgedeckt hatte. Nach Ansicht der Ermittler wurde dieses System, das auch den Namen Midas trägt, von einem Mitarbeiter des Präsidenten Wolodymyr Selenskyj organisiert.

Offenbar strichen die Regierungsvertreter Schmiergelder in Höhe von 100 Millionen Dollar ein. In einer Zeit massiver Stromausfälle aufgrund russischer Angriffe sorgte der Skandal für öffentliche Empörung.

Die Ermittler erklärten, Herman Halutschtschenko habe aus diesen illegalen Transaktionen einen "persönlichen Nutzen" gezogen.

Anfang November 2025 durchsuchte der NABU die Wohnungen von Halutschtschenko, der damals Justizminister war, und die des Geschäftsmannes Timur Mindich, der Selenskyj nahe steht. Mindich floh wenige Stunden vor den Razzien ins Ausland.

Später wurden auch Durchsuchungen beim Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Andriy Jermak, durchgeführt, der ebenfalls zurücktrat.

Korruption gilt seit langem als ein enormes Problem in der Ukraine. Die Bekämpfung wird als wichtige Voraussetzung für den Beitritt des Landes zur Europäischen Union angesehen.

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