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Über Rügen: Deutschland beliefert Ukraine mit LNG-Gas

Deutschland beliefert nun die Ukraine mit Erdgas. Das LNG-Terminal dafür liegt vor Rügen.
Deutschland beliefert nun die Ukraine mit Erdgas. Das LNG-Terminal dafür liegt vor Rügen. Copyright  (c) Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Von Franziska Müller
Zuerst veröffentlicht am
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Über ein LNG-Terminal vor Rügen liefert Deutschland nun Erdgas an die Ukraine. Das hat der staatliche Energiekonzern Naftogas bekanntgegeben. Unter anderem damit soll der Bedarf der Ukraine im Februar gedeckt werden.

Deutschland liefert erstmals über das LNG-Terminal auf Rügen Gas an die Ukraine, wie der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogas in einer Mitteilung von Montag berichtet.

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Das Energie-Terminal für Flüssiggas, auch "Deutsche Ostsee" genannt, versorgt Deutschland und weitere europäische Länder insbesondere in der Heizperiode mit Gas. Aus den USA geliefertes Flüssiggas wird vor der Insel Rügen regasifiziert und in die Terminals zum Weitertransport eingespeist.

LNG-Terminal in Rügen beliefert erstmals Ukraine

"Wir sind besonders stolz darauf, [...] einen direkten Beitrag zur Energiesicherheit der Ukraine zu leisten", sagte Ingo Wagner, CEO von Deutsche ReGas. Das Unternehmen wandelt Flüssiggas zurück in seinen ursprünglichen Aggregatszustand, sodass es über die Pipelines transportiert werden kann. Nach eigenen Angaben handelt es sich um das einzig privat finanziert und betriebene LNG-Terminal, das die Ukraine von Deutschland aus unterstützt.

Die neuen Transporte von Rügen über Polen in die Ukraine sollen bereits zur Deckung des Energiebedarfs der Ukraine im Februar beitragen. Die Lieferungen über das LNG-Terminal aus Rügen unterstreiche "die strategische Bedeutung unseres Standorts, nicht nur für den Marktbereich, sondern insbesondere für unsere mittel- und osteuropäischen Nachbarn", so Wagner weiter.

"Dieser Winter ist aufgrund der ständigen Angriffe auf die Gasinfrastruktur und der extremen Kälte der schwierigste seit Kriegsbeginn", erklärte auch Sergij Koretskyj, CEO von Naftogaz.

Die Energieinfrastruktur ist nach wie vor eines der Hauptziele in Russlands Krieg gegen die Ukraine ebenso wie logistische Infrastrukturen - dazu gehören Eisenbahnanlagen und die Wasserversorgung in den Städten, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in den sozialen Medien bekannt gab.

"Diese neue Partnerschaft eröffnet der Ukraine für das laufende Jahr eine neue zuverlässige Importroute, und diese Vereinbarung ist nur der erste Schritt auf dem Weg zu einer langfristigen Partnerschaft", erklärte der Chef des ukrainischen und staatlichen Energiekonzerns.

Das Unternehmen arbeite systematisch daran, Quellen und Routen weiterhin zu diversifizieren, um so eine stabile Versorgung der ukrainischen Bevölkerung sicherstellen zu können, heißt es abschließend in der Mitteilung.

Gasversorgung in Deutschland über 5 LNG-Terminals

Deutschland hat derzeit fünf LNG-Terminals in Betrieb. Sie liegen allesamt in der Nord- und Ostsee: zwei schwimmende Anlagen befinden sich bei Wilhelmshaven, weitere bei Brunsbüttel, Lubmin sowie im Hafen von Mukran auf Rügen.

An diesen Standorten wird das Flüssigerdgas per Tanker angeliefert, vor Ort regasifiziert und über die Terminals weitergeleitet. Nach Angaben der Gas- und Wasserstoff-Wirtschaft ist dies eine Möglichkeit zur Absicherung, da LNG-Flüssiggas zusätzlich zur vorhandenen Pipeline-Struktur unabhängig davon nach Deutschland transportiert werden kann.

Insbesondere nach dem Importstopp von russischem Gas aufgrund der großangelegten russischen Invasion in der Ukraine seit nun mehr als vier Jahren ist Deutschland und ganz Europa auf der Suche nach neuen Quellen.

Der Import von Flüssigerdgas ermöglichte eine schnelle Alternative, um die Energieversorgung insbesondere in den kalten Jahreszeiten abzusichern. Im vergangenen Jahr sollen 96 Prozent der deutschen LNG-Importe aus den USA geliefert worden sein, so das Bundeswirtschaftsministerium. Fachleute sehen das kritisch. Kaum hat sich Deutschland und Europa von russischen Importen getrennt, könnte es in die nächste Abhängigkeit geraten, fürchten sie.

Das über LNG-Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Lubmin und Mukran importierte Erdgas machte 2025 nach Angaben der Bundesnetzagentur einen Anteil von 10,3 Prozent an den deutschen Gasimporten aus. Das meiste Erdgas wird aus Norwegen importiert und kommt direkt über eine Pipeline nach Deutschland, auch die Niederlande und Belgien liefern große Anteile.

Die Erdgasimporte über das LNG-Terminal auf Rügen sind zuletzt kräftig angestiegen. Anfang Februar berichtete das Unternehmen Deutsche ReGas, das Energie-Terminal in Mukran, das nun auch an die Ukraine liefert, habe in den vergangenen drei Monaten die größte Gasmenge aller schwimmenden LNG-Terminals in Europa regasifiziert.

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