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5.000 Euro für falschen Pass: Kriminelle Schleuser in Madrid verhaftet

In Madrid wird ein Netz ausgehoben, das die illegale Einreise nach Europa mit falschen Dokumenten erleichterte
In Madrid wird ein Netzwerk zerschlagen, das die illegale Einreise nach Europa mit falschen Papieren erleichterte Copyright  Policía Nacional
Copyright Policía Nacional
Von David Artiles Garcia
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Spaniens Nationalpolizei hat in Zusammenarbeit mit Ecuador und AMERIPOL ein kriminelles Netzwerk zerschlagen, das 5.000 Dollar (4.241,50 Euro) für die Einschleusung illegaler Einwanderer nach Europa verlangte. Die in Madrid verhafteten Anführer gaben den Opfern falsche kolumbianische Pässe.

In einer gemeinsamen Aktion mit der ecuadorianischen Polizei und dem spezialisierten AMERIPOL-Zentrum haben Beamte der Nationalen Polizei in Spanien ein kriminelles Netz ausgehoben, das offenbar die illegale Einreise von Einwanderern nach Europa erleichtern sollte.

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Die Ermittlungen führten zur Verhaftung der beiden Haupttäter in Madrid. Die Männer hatten eine komplexe Migrationsroute auf Grundlage der betrügerischen Erlangung kolumbianischer Papiere gesteuert.

Modus operandi: Vom Personalausweis zum Reisepass

Das kriminelle Netzwerk rekrutierte hauptsächlich dominikanische Bürger in Quito (Ecuador). Dort verschafften sich die Einwanderer durch ein System von Korruption und Fälschung kolumbianische Personalausweise.

Mit dem Dokument in der Hand begaben sie sich zur kolumbianischen Botschaft, um mit falscher Identität legitime Pässe zu beantragen, mit denen sie auf scheinbar legale Weise reisen konnten.

Sobald sie im Besitz des Passes waren, wies die Organisation die Einwanderer an, über den Landweg nach Brasilien zu reisen. Vom brasilianischen Territorium aus nutzten die Reisenden die internationalen Flugverbindungen und flogen in verschiedene Schengen-Länder, bis sie ihr endgültiges Ziel erreichten: Spanien. Schätzungen zufolge zahlte jeder Einwanderer rund 5.000 US-Dollar (4.241,50 Euro) für diese Beratungs- und Fälschungsdienste.

Die Schlüsselrolle von Point Athens

Die Aufdeckung dieser Betrügereien war dank der Arbeit der Punto Atenas, einer spezialisierten Einheit innerhalb der spanischen Polizei, möglich. Diese Stelle fungiert als eine Schnell-Beratungs- und Analyse-Zentrale, bei der Polizeibeamte im Einsatz schnell überprüfen können, ob Ausweise, Pässe, Führerscheine oder andere offizielle Dokumente echt oder gefälscht sind.

Durch die Analyse einer Fülle von Informationen aus dem Internet und aus polizeilichen Datenbanken konnten etwa zwanzig von diesem Netz verwaltete Migrationsvorgänge rekonstruiert werden.

Bei der Durchsuchung eines Hauses in Madrid beschlagnahmte die Polizei Mobiltelefone, kolumbianische und costa-ricanische Pässe sowie dominikanische Personalausweise. Einer der Festgenommenen, der sich in betrügerischer Absicht Zugang zu Spanien verschafft hatte, benutzte bis zu drei verschiedene Identitäten, um sich der Justiz zu entziehen.

Die Ermittlungen laufen noch, um festzustellen, ob es Zweigstellen des Netzes in anderen europäischen Ländern gibt. Die Festgenommenen wurden bereits wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Förderung der illegalen Einwanderung vor Gericht gestellt.

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