Vor etwa sechs Jahren ist Großbritannien aus der EU ausgetreten, seit Mittwoch müssen EU-Bürger - also auch Deutsche - eine elektronische Reisegenehmigung vorlegen. Wer das Dokument nicht beantragt, riskiert, dass Fluggesellschaften die Einreise verweigern.
Ab Mittwoch müssen Reisende an Großbritannien mehr Dokumente vorlegen. Besucher aus 85 Ländern müssen nun vor der Einreise eine elektronische Einreisegenehmigung beantragen, auch Deutsche. Wer diese nicht vorlegen kann, darf im Ernstfall die Einreise nicht antreten.
Großbritannien hat seine Einreiseregeln für EU-Bürger verschärft. Nach dem Austritt aus der Europäischen Union im Jahr 2020 wird die Landesgrenze erneut zum intensiven Kontrollpunkt.
Auch für Deutsche: Ohne ETA kein Mitflug
Wer kein Visum benötigt, braucht jetzt eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA). Die ist bereits vor Antritt der Reise zu beantragen. Denn wer sie nicht vorlegen kann, dem können Fluggesellschaften die Beförderung verweigern. Das ETA-Dokument kann online beantragt werden und kostet rund 18 Euro (16 Pfund).
Beförderungsunternehmen seien angehalten, Passagiere, die keine gültige ETA vorweisen können, nicht mehr zu befördern, heißt es bei den Reise- und Sicherheitshinweisen für Großbritannien vom Auswärtigen Amt.
Seit dem heutigen 25. Februar soll die Regelung strikt umgesetzt werden. Die Vorschrift war bereits im April 2025 in Kraft getreten. Konsequenzen folgen erst seit Mittwoch, zuvor hatten Reisende Zeit zur Anpassung. Das Auswärtige Amt mahnt außerdem, dass inzwischen ein Resepass notwendig ist, ein Personalausweis ist nicht mehr ausreichend.
Folge des Brexit: Neue Einreisedokumente für Großbritannien
Der Brexit im Jahr 2020 hat auch der Freizügigkeit, die innerhalb der Europäischen Union besteht und Grenzübergänge zwischen Deutschland, Frankreich, Italien und vielen weiteren Ländern erleichtert hat, ein Ende gesetzt.
"Das ETA-System ist ein entscheidender Teil unserer Arbeit, die Grenzsicherheit des Vereinigten Königreichs zu stärken", verteidigt Migrationsminister Mike Tapp die Regelung. Irische und britische Staatsbürger sind von der Vorschrift ausgenommen.
Außerdem trage das ETA-System zur Digitalisierung des Einwanderungssystems bei und ebne den Weg für eine kontaktlose Grenze Großbritanniens in der Zukunft, heißt es in einer Mitteilung der britischen Regierung.
Obwohl die meisten Menschen derzeit innerhalb weniger Minuten eine automatische Entscheidung erhalten, wird empfohlen, drei zusätzliche Werktage für die Bearbeitung des Antrags einzuplanen. Bei einer "geringen Anzahl" von Fällen könnte die Prüfung länger dauern.
Was Briten bei der Einreise in die EU jetzt beachten müssen
Auch in der EU gilt inzwischen ein neues Grenzkontrollsystem für britische Staatsbürger. Hier werden seit Oktober 2025 Daten digital im Ein- und Ausreisesystem erfasst (ESS), einen Stempel bekommen britische Staatsbürger für Reisen in die EU nicht.
Die Einführung von EES steht allerdings in der Kritik. Denn an einigen Flughäfen ist es dadurch zu Verzögerungen gekommen. Besonders zu Reisehochzeiten wie etwa Ostern und anderen Feiertagen warnen Branchenvertreter vor längeren Wartezeiten und möglichen Störungen.
In einem gemeinsamen Brief mehrerer Airlineverbände und des Airportverbandes ACI heißt es, insbesondere im Juli und August würden Wartezeiten von bis zu vier Stunden drohen. "Aus anderen Ländern hören wir von langen Wartezeiten und IT-Problemen", sagte ACI-Präsident Jost Lammers dem Handelsblatt.
Das EES-System gilt für internationale Reisende außerhalb der EU. Es soll alle Personen, die aus Drittstaaten in die EU reisen, automatisch registrieren. Die zeitaufwendige manuelle Kontrolle mit dem Stempel im Reisepass soll entfallen. Seit Oktober vergangenen Jahres soll es sukzessive in dem Mitgliedsländern der EU eingeführt werden.