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Ausnahmezustand in Mexiko vor der WM: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen

Nationalgardisten patrouillieren am Sonntag, 22. Februar 2026, im Bereich vor dem Hauptquartier der Generalstaatsanwaltschaft in Mexiko-Stadt.
Nationalgardisten patrouillieren am Sonntag, 22. Februar 2026, im Bereich vor dem Hauptquartier der Generalstaatsanwaltschaft in Mexiko-Stadt. Copyright  AP Photo
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Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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In 108 Tagen wird in Mexiko-Stadt die Fußball-WM eröffnet, wenn der Gastgeber auf Südafrika trifft. Auch in Monterrey und Guadalajara sind Spiele geplant. Im Moment gleichen die aktuellen Geschehnisse in einigen Regionen einem Bürgerkrieg. Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung ausgesprochen.

Flüge fallen aus, Geschäfte werden demoliert, Schulen öffnen nicht. Das Auswärtige Amt rät in einem Sicherheitshinweis von Reisen in zahlreiche Bundesstaaten des Landes ab.

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Auslöser der Gewalt ist der Tod von Nemesio "El Mencho" Oseguera Cervantes, dem Boss des berüchtigten Jalisco-Kartells (CJNG). Er wurde bei einer Razzia der mexikanischen Armee tödlich verwundet. Sein Kartell gilt als eines der brutalsten weltweit. Die USA hatten eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar (rund 12,7 Mio. Euro) auf ihn ausgesetzt. Vor allem Kokain und Fentanyl gerieten durch seine Organisation in die USA.

Das Akron-Stadion, ein Spielort der FIFA-Weltmeisterschaft 2026, befindet sich in Guadalajara.
Das Akron-Stadion, ein Spielort der FIFA-Weltmeisterschaft 2026, befindet sich in Guadalajara. AP Photo/Eduardo Verdugo

Die Tötung von "El Mencho" stellt den bisher größten Schlag gegen die mexikanischen Drogenkartelle dar, seit die Drogenbosse Joaquin "El Chapo" Guzman und Ismael "El Mayo" Zambada in den USA in Haft genommen wurden.

Als Reaktion die Tötung ihres Bosses durch einen Militäreinsatz wurden Bandenmitglieder in mehreren Bundesstaaten aktiv. Sie setzten Autos, Lastwagen und Busse in Brand und setzten Feuer in Apotheken und kleinen Geschäften.

Verkohlte Fahrzeuge stehen auf einem Parkplatz vor einem Einkaufszentrum in Guadalajara, Sonntag, den 22. Februar 2026.
Verkohlte Fahrzeuge stehen auf einem Parkplatz vor einem Einkaufszentrum in Guadalajara, Sonntag, den 22. Februar 2026. Alejandra Leyva/Copyright 2026 The AP. All rights reserved.

In der bei Touristen beliebten Stadt Puerto Vallarta an der Pazifikküste zeigten Videos brennende Fahrzeuge und dichte schwarze Rauchwolken, die zwischen den Gebäuden aufstiegen.

Bei dem Einsatz starben sieben Angehörige der Nationalgarde bzw. Sicherheitskräfte. Drei Soldaten wurden verletzt. Aufseiten der Kartellmitglieder starben neben "El Mencho" sechs weitere mutmaßliche Bandenmitglieder. Ein Justizbeamter und ein Gefängnisaufseher wurden bei einem Gefängnisausbruch ebenfalls getötet.

Der Gouverneur von Jalisco, Pablo Lemus, ruft die Bevölkerung dazu auf, in ihren Häusern zu bleiben. Der öffentliche Nahverkehr ist eingestellt, viele Städte wirken wie Geisterstädte. Die Betreiber des Flughafens Guadalajara versuchen zu beruhigen, sprechen von "Panik" und betonen, dass es im Terminal zu keinen direkten Zwischenfällen gekommen sei. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum schrieb bei X: "Wir müssen informiert bleiben und Ruhe bewahren."

Während die Sicherheitslage international für Schlagzeilen sorgt, drängt sich die Frage der Sicherheit immer stärker auf, vor allem in den Regionen, in denen WM-Spiele geplant sind.

Das Auswärtige Amt schreibt: Vor allem in von der Organisierten Kriminalität kontrollierten Gebieten werden bei Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden Gegner oftmals getötet, auf Unbeteiligte wird keine Rücksicht genommen. Bei Schusswechseln zwischen den kriminellen Gruppierungen bzw. mit Sicherheitskräften können unbeteiligte Touristen ins Kreuzfeuer geraten, auch mit Todesfolge. Öffentliche und vielbesuchte Orte bieten nicht immer Sicherheit.

Besonders aktiv sind die Bandenmitglieder derzeit in Jalisco, Michoacán, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato.

In Guadalajara, einem der drei mexikanischen WM‑Austragungsorte, kam es jetzt zu gewaltsamen Zwischenfällen. Auch rund um den Flughafen und in städtischen Bereichen wurde berichtet, dass es zu Ausschreitungen kam, wobei Behörden betonten, es habe keine schweren Zwischenfälle innerhalb der Flughafenterminals gegeben.

In Mexiko-Stadt, dem Hauptstadt‑Standort für WM‑Spiele, wurde eine verstärkte Präsenz von Sicherheitskräften registriert. Zwar gab es keine Berichte über großflächige Ausschreitungen in der Stadtmitte selbst, doch die Lage dort gilt als angespannt.

Monterrey, der dritte Austragungsort,ist bislang nicht von den jüngsten Ausschreitungen betroffen, auch wenn es in der Vergangenheit lokale Sicherheitsprobleme durch organisiertes Verbrechen gab.

Einen Link zu den aktuellen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts für Mexiko finden Sie hier.

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