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USA verschärfen Einreise: Welche Daten müssen Reisende ab jetzt offenlegen?

USA verschärfen Einreise: Welche Daten müssen Reisende ab jetzt offenlegen?
USA verschärfen Einreise: Welche Daten müssen Reisende ab jetzt offenlegen? Copyright  AP Photo
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Von Euronews
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Ab sofort drohen Reisenden in die USA strengere Kontrollen: Auch deutsche Touristen müssen bei der Einreise deutlich mehr persönliche Informationen angeben. Ein Überblick.

Eine Reise in die USA ist ab sofort möglicherweise mit verschärften Einreise-Kontrollen verbunden. Auch für Touristen aus Deutschland gelten die erneuerten Regeln, die bereits ab Montag in Kraft treten könnten.

Für Reisende bedeutet dies die Offenlegung umfangreicher persönlicher Daten aus den vergangenen Jahren. Insbesondere Aktivitäten in sozialen Netzwerken würden dabei genau überprüft.

Die verschärften Einreise-Regelungen betreffen unter anderem Reisende aus Frankreich, Großbritannien, Japan, Israel und Deutschland – allesamt enge Verbündete der Vereinigten Staaten.

Was ist der Hintergrund zu den verschärften Regeln?

Im Dezember erließ das US-Heimatschutzministerium eine Anordnung, nach der Touristen bei der Beantragung der Einreise in die Vereinigten Staaten über das elektronische Reisegenehmigungssystem ESTA künftig deutlich mehr persönliche Angaben machen müssen als bislang. Die Neuregelung betrifft dabei touristische Aufenthalte von bis zu 90 Tagen und gilt nicht für längere US-Aufenthalte.

Welche Daten werden bei der Einreise verlangt?

Künftig sollen Menschen bei der Einreise in die USA Angaben zu ihren Aktivitäten in sozialen Netzwerken der vergangenen fünf Jahre machen. Gemeint sind offenbar Nutzerkonten auf Plattformen wie X, Facebook oder Instagram, wie sie bislang bereits bei Visa-Anträgen abgefragt werden.

Zudem werden insgesamt deutlich mehr persönliche Daten von Reisenden in die USA abgefragt. Dazu zählen alle in den letzten fünf Jahren genutzten Telefonnummern sowie sämtliche E-Mail-Adressen der vergangenen zehn Jahre. Außerdem müssen detaillierte Angaben zu Familienmitgliedern gemacht werden, darunter Geburtsdaten, Adressen und Telefonnummern.

Wie genau sieht die Einreise für deutsche Staatsbürger in die USA aus?

Deutsche Staatsangehörige benötigen für kurzfristige Urlaubs- oder Geschäftsreisen in die USA bis zu 90 Tage zwar weiterhin kein Visum für die USA, müssen jedoch seit 2009 vor der Einreise einen ESTA-Antrag stellen. Dabei sind persönliche Angaben erforderlich.

Mit einer genehmigten ESTA können deutsche Reisende bis zu 90 Tage am Stück in die USA einreisen. Voraussetzung nach Vorgaben des "Visa Waiver"-Programms ist ein elektronischer Reisepass, der für die gesamte Aufenthaltsdauer gültig ist. Die ESTA-Genehmigung ist nach einmaliger Beantragung zwei Jahre lang gültig und erlaubt mehrere Einreisen. Die US-Behörden empfehlen, den Antrag mindestens 72 Stunden vor Reiseantritt zu stellen. Wichtig: Eine genehmigte ESTA garantiert die Einreise nicht automatisch.

Wovon hängt es ab, ob und wann die Regelungen in Kraft treten?

In der Anordnung des US-Heimatschutzministeriums vom 10. Dezember war eine 60-tägige Einspruchsfrist vorgesehen. Diese endet am Sonntag, den 08. Februar 2026. Wird die Neuregelung bis dahin nicht rechtlich angefochten, greift sie automatisch.

Wie rechtfertigt die USA die verschärften Kontrollen?

Die Trump-Regierung begründet die strengen Auflagen mit dem Schutz der USA vor „ausländischen Terroristen und anderen Bedrohungen der nationalen Sicherheit“. In der Vergangenheit wurden bereits die Visa-Bedingungen für Studierende und Fachkräfte verschärft. Nun müssen auch sie umfassende Angaben zu ihrer Person und Vergangenheit machen. Für Bürger bestimmter Länder wird die Vergabe von Visa sogar komplett eingestellt.

Welche Kritik gibt es?

Die deutsche Bundesdatenschutzbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Louisa Specht-Riemenschneider zeigte sich besorgt über die Änderungen beim ESTA-Programm. Nach Angaben eines Sprechers von Specht-Riemenschneider sollten Reisende genau überlegen, ob sie bereit sind, den US-Behörden so umfangreiche persönliche Daten zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig steigt durch die zusätzlichen Angaben die Wahrscheinlichkeit von Fehlern im Antragsprozess.

Auch aus den USA gibt es Kritik: Demokraten und Wissenschaftler werfen der Regierung Trump vor, die Online-Aktivitäten von Andersdenkenden auszuwerten, um bestimmte Besuchergruppen vom Land fernzuhalten. So werden unter anderem die Social-Media-Profile ausländischer Studierender auf ihre Haltung zu Israel überprüft.

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