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Ex-EZB-Chef Mario Draghi (Mitte) lächelt nach der Verleihung des Karlspreises in Aachen.

Video. „Super Mario“ geehrt für Einsatz für Euro und Europas Einheit

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Ex-EZB-Chef Mario Draghi erhält am Donnerstag, dem vierzehnten Mai, in Aachen den Karlspreis 2026 für seine Verdienste um Europas Einheit und sein Krisenmanagement in der Euro-Schuldenkrise der 2010er.

Mario Draghi, italienischer Ökonom und Banker, der von 2011 bis 2019 an der Spitze der Europäischen Zentralbank stand, erhält den Internationalen Karlspreis 2026. Ausgezeichnet wird seine Rolle bei der Stabilisierung der Eurozone und der Förderung der europäischen Einheit. Mit seiner entschlossenen Antwort auf die Eurokrise verdiente er sich schon damals bei Journalistinnen, Journalisten und den Finanzmärkten den Spitznamen „Super Mario“.

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Bei der Verleihung bezeichneten Friedrich Merz und Kyriakos Mitsotakis Draghi als Schlüsselfigur beim Schutz Europas in einer Phase wirtschaftlicher Turbulenzen. Merz nutzte die Bühne für einen Appell an eine stärkere, enger integrierte Europäische Union. Die Mitgliedstaaten müssten mehr in Wettbewerbsfähigkeit und Verteidigung investieren, sagte er, um auf den Druck der Vereinigten Staaten unter Donald Trump und die wachsende Konkurrenz aus China zu reagieren.

In seiner Dankesrede warnte Draghi, Europa drohe ohne eine vertiefte wirtschaftliche Integration und massive Investitionen in Energie, digitale Infrastruktur und den Binnenmarkt gegenüber anderen Weltmächten zurückzufallen. Er kritisierte die Zersplitterung der europäischen Märkte und betonte, neue Handelsabkommen allein könnten die strukturellen Schwächen der EU nicht beheben. Zudem erneuerte er seine Forderung nach gemeinsamen europäischen Schuldenaufnahmen – trotz des Widerstands finanzpolitisch strenger Staaten wie Deutschland.

Seine Mahnungen fallen in eine Phase, in der die EU-Mitgliedstaaten über den Finanzrahmen von 2028 bis 2034 verhandeln und intensiver über Schulden, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Verteidigungsausgaben diskutieren. Draghis Position spiegelt die Empfehlungen seines viel beachteten Berichts zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit aus dem Jahr 2024 wider, der jährliche Investitionen von bis zu 800 Milliarden Euro vorsah.

Der Karlspreis wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Aachen ins Leben gerufen. Er ehrt Persönlichkeiten und Institutionen, die die europäische Zusammenarbeit und Integration voranbringen. Die Auszeichnung trägt den Namen Karls des Großen, der von Aachen aus große Teile Westeuropas regierte. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören unter anderem Jean Monnet, Robert Schuman, Angela Merkel und die Europäische Union selbst.

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