Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Mailand-Cortina 2026: Was bleibt von den Winterspielen?

Menschen laufen während der Olympischen Winterspiele 2026 in Cortina d'Ampezzo, Italien, am Donnerstag, 19. Februar 2026, an den olympischen Ringen im Gleitzentrum vorbei.
Menschen laufen während der Olympischen Winterspiele 2026 in Cortina d'Ampezzo, Italien, am Donnerstag, 19. Februar 2026, an den olympischen Ringen im Gleitzentrum vorbei. Copyright  AP Photo/Alessandra Tarantino
Copyright AP Photo/Alessandra Tarantino
Von Emma De Ruiter mit AP
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Für die Spiele 2026 wurden modernisierte Infrastrukturbauten und Mehrzweckanlagen für die langfristige Nutzung durch die Bevölkerung geschaffen. Die Winterspiele, so der Wunsch der Planer, sollen nachhallen.

Nie lagen Austragungsorte der Olympischen Winterspiele so weit auseinander wie in diesem Jahr: Mailand auf der einen Seite und auf der anderen - fast fünf Stunden entfernt - der Wintersportort Cortina d'Ampezzo mit Livigno und Predazzo.

WERBUNG
WERBUNG

Von Anfang an sahen die Organisatoren die Spiele als eine Gelegenheit, der Nachhaltigkeit den Vorrang einzuräumen und den ökologischen Fußabdruck durch die Nutzung bestehender Einrichtungen und die Einschränkung von Neubauten zu minimieren.

Jetzt, da die Spiele vorüber sind, richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Erbe, das sie in Italiens Infrastruktur hinterlassen sollen.

Langfristige Bedürfnissen wurden einbezogen

Das Modell mit mehreren Städten wurde von den Organisatoren entworfen und vom Internationalen Olympischen Komitee befürwortet, um die Nutzung bestehender Einrichtungen zu maximieren und gleichzeitig Infrastrukturinvestitionen dort zu tätigen, wo sie am dringendsten benötigt werden, wobei der Schwerpunkt auf der Funktionalität nach den Spielen lag.

In Cortina, das seit langem als Austragungsort des alpinen Skiweltcups bekannt ist, haben die Spiele die Modernisierung von Verkehrsverbindungen, öffentlichen Plätzen und Sportanlagen beschleunigt.

Nach Angaben des IOC konzentriert sich die Strategie auf die Modernisierung der bestehenden Infrastruktur und die Gewährleistung, dass neue Entwicklungen den langfristigen Bedürfnissen der Gemeinde und des Tourismus dienen, anstatt eigenständige olympische Stätten mit begrenzter zukünftiger Nutzung zu schaffen.

Cortina als Wintersportzentrum gestärkt - aber der Klimawandel wirft seine Schatten voraus

Der Bürgermeister von Cortina, Gianluca Lorenzi, ist der Meinung, dass das wichtigste Vermächtnis in der im Alltag genutzten Infrastruktur zu finden sein dürfte.

"Bessere Straßen, bessere Einrichtungen, der neue Skilift - das ist etwas, das den Bürgern direkt zugute kommt, aber auch denjenigen, die nach Cortina kommen", sagt er.

Die Spiele hätten den Wintersportstandort Cortina gestärkt, so der Bürgermeister.

Eines der wichtigsten maßgeschneiderten Projekte in der Bergregion ist das neue Cortina Sliding Centre, das für Bob, Skeleton und Rodeln gebaut wurde.

Das IOC hat bestätigt, dass die Bahn auch nach den Spielen als Austragungsort für internationale Rodeldisziplinen dienen und die historische Eugenio-Monti-Bahn ersetzen soll, um künftige Weltcup- und Meisterschaftsveranstaltungen an die Region zu binden.

Doch selbst bei sorgfältiger Planung verändert der Klimawandel die Lebensfähigkeit des Wintersports - sowohl als Wettkampfsport als auch als touristische Aktivität. Die Winter werden kürzer und milder, und die Schneefälle in Europa und darüber hinaus werden seltener, was die Abhängigkeit von Kunstschnee verstärkt. So manche Anlage wird womöglich nicht so lange genutzt werden können wie vorgesehen.

Der zunehmende Tourismus ist zwar kurzfristig von wirtschaftlichem Nutzen, wird aber wahrscheinlich den CO2-Fußabdruck des Landes vergrößern.

Stadtentwicklung in Mailand

In der Hauptstadt der Lombardei konzentriert sich das Vermächtnis der Spiele auf die Stadtsanierung.

Das Olympische Dorf wurde im Bereich der Porta Romana auf dem Gelände eines ehemaligen Rangierbahnhofs als Teil eines umfassenderen Sanierungsprojekts errichtet, das bereits vor den Spielen begonnen, aber durch sie beschleunigt wurde.

Während der Spiele wurden die Athleten in eigens errichteten Wohnblöcken untergebracht, die nach 2026 umgebaut werden sollen.

Das IOC hat bestätigt, dass das Dorf nach Beendigung der Spiele in Studenten- und Wohnheime umgewandelt werden soll. Tausende von Betten werden in erster Linie für Universitätsstudenten zur Verfügung stehen, um die seit langem bestehende Nachfrage in der Stadt zu befriedigen.

Die Entwicklung umfasst auch öffentliche Grünflächen, Dienstleistungen und gemischt genutzte Gebäude, die das Gebiet in die umliegende Nachbarschaft integrieren sollen. Trotz einiger Kritikpunkte an der brutalistischen Ästhetik soll das Projekt das Schicksal früherer Olympiagelände abwenden. Diese wurden vielerorts zu kostspieligen, ungenutzten Anlagen.

Dino Ruta, Professor für Sport- und Veranstaltungswirtschaft an der Bocconi-Universität, ist der Ansicht, dass der Erfolg dieser Umwandlung entscheidend für die Wahrnehmung des Vermächtnisses der Spiele im Inland sein wird.

Eine weitere wichtige Einrichtung, die Arena Santa Giulia mit einem Fassungsvermögen von 16.000 Plätzen, war Schauplatz des olympischen Eishockeys und wird in einen flexiblen Veranstaltungsraum für Konzerte, Sport, Kongresse und Shows umgewandelt.

Ihre Lage in der Nähe des Verkehrsknotens Rogoredo und einer U-Bahn-Linie wurde als Teil einer umfassenderen Strategie zur Umgestaltung des Stadtteils Santa Giulia in ein gemischtes Wohn- und Geschäftsviertel hervorgehoben.

Im Gegensatz zu einigen früheren olympischen Austragungsorten, die für eine einzige Sportart gebaut wurden, ist die Arena von Anfang an für eine ganzjährige Nutzung in verschiedenen Bereichen konzipiert worden.

Nachhaltige Investitionen während Bauboom

Andernorts, wo die Spiele stattfinden, haben die Organisatoren stark auf bestehende oder modernisierte Einrichtungen zurückgegriffen, um den Neubau und die damit verbundenen Emissionen zu reduzieren.

In Mailand hat das Forum Mediolanum in Assago, das lange Zeit für Basketball, Konzerte und Eiskunstlauf genutzt wurde, mit vorübergehenden Anpassungen olympische Veranstaltungen beherbergt.

In den Gebirgsregionen wurden altbekannte Skipisten und Eisbahnen modernisiert, um den olympischen Standards zu entsprechen, wobei der Schwerpunkt jeweils auf Sicherheit, Technologie und Zuschauerkapazität lag und nicht auf einem kompletten Neubau.

Für Ruta ist das Vermächtnis jedoch nicht nur materiell.

"Die Spiele sind sehr inspirierend. Die fünf Ringe, die sechs Farben der olympischen Flagge, das ist etwas, an das sich die Menschen für immer erinnern werden", sagte er.

Dennoch werden die Auswirkungen der Spiele auf die Umwelt hinterfragt. Wintersportarten erfordern von Natur aus eine energieintensive Beschneiung und Infrastruktur, und da sich der Klimawandel beschleunigt, ist die langfristige Nachhaltigkeit künftiger Olympischer Spiele in Bergregionen zunehmend ungewiss.

Die Organisatoren hoffen, dass die Winterspiele in Mailand und Cortina einen Präzedenzfall schaffen und zeigen, dass eine sorgfältige Planung und eine Mehrzweckinfrastruktur die Emissionen minimieren und gleichzeitig den Nutzen für die Gemeinschaft maximieren können.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Mailand-Cortina 2026: Wie viel Wirtschaftskraft bringen die Winterspiele?

Bahn- und Flughafenstreiks in Italien treffen diesen Monat Tausende Reisende

Mailand-Cortina 2026: Was bleibt von den Winterspielen?