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Drohnen-Angriff: Russischer LNG-Tanker vor Malta gesunken

Der russische LNG-Tanker Arctic Metagaz ist vor der Küste Maltas auf Grund gelaufen
Der russische LNG-Tanker Arctic Metagaz ist vor der Küste Maltas auf Grund gelaufen Copyright  AP Photo
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Von Chiara Zampiva
Zuerst veröffentlicht am
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Das russische Verkehrsministerium hat am Mittwoch eine Mitteilung veröffentlicht, in der es den Angriff auf die Arctic Metagaz, ein Schiff, das Flüssiggas im Mittelmeer transportiert, bestätigt. Es fügte hinzu, dass ukrainische Seedrohnen aus Libyen für den Vorfall verantwortlich waren.

Am 3. März wurde in unmittelbarer Nähe der Hoheitsgewässer der Republik Malta, einem Mitgliedstaat der Europäischen Union, ein Angriff auf das russische Schiff "Arctic Metagaz" verübt. Dies bestätigte das Moskauer Verkehrsministerium.

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In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung nahm das Ministerium Stellung zu dem Vorfall, über den bereits am Dienstagnachmittag erste Informationen bekannt geworden waren. Das unter internationalen Sanktionen stehende Schiff befand sich demnach auf dem Weg vom Hafen Murmansk mit einer Ladung Flüssigerdgas (LNG) nach Port Said in Ägypten.

Nach Angaben der russischen Regierung soll der Angriff von der libyschen Küste aus mit unbemannten ukrainischen Wasserfahrzeugen erfolgt sein. Dank einer koordinierten Rettungsaktion maltesischer und russischer Einsatzkräfte konnten alle 30 Besatzungsmitglieder – allesamt russische Staatsbürger – in Sicherheit gebracht werden.

In der von der Nachrichtenagentur Tass veröffentlichten Erklärung heißt es: "Wir stufen den Vorfall als einen Akt des internationalen Terrorismus und der Seepiraterie ein, der eine grobe Verletzung grundlegender Normen des internationalen Seerechts darstellt. Solche kriminellen Handlungen, die unter Duldung der Behörden von EU-Mitgliedstaaten begangen werden, dürfen von der internationalen Gemeinschaft nicht unbeachtet bleiben."

Auch die Nachrichtenagentur Interfax berichtete unter Berufung auf offizielle Quellen, der Tanker sei ordnungsgemäß beladen gewesen und habe sich nach dem Auslaufen aus einem russischen Schwarzmeerhafen am 24. Februar in Übereinstimmung mit "allen internationalen Vorschriften" befunden.

Die USA und das Vereinigte Königreich haben Sanktionen gegen das Schiff verhängt, da es für den Transport von russischem Gas eingesetzt wird, dessen Ausfuhr im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine mit Beschränkungen belegt wurde.

Die mutmaßliche Rolle der Ukraine

Unabhängig lässt sich bislang nicht überprüfen, ob es sich tatsächlich um einen gezielten Angriff handelte und ob die Ukraine dafür verantwortlich ist. Moskau hingegen äußert keinen Zweifel und spricht von einem Angriff durch "unbemannte ukrainische Drohnen von der libyschen Küste aus". Bereits im vergangenen Dezember soll es im östlichen Mittelmeer zu einem ähnlichen Vorfall gekommen sein.

Bei der "Arctic Metagaz" handelt es sich um ein 2003 gebautes Frachtschiff, das mutmaßlich zur sogenannten "russischen Schattenflotte" gehört – einem Netzwerk von Schiffen, das sanktionierte Energieprodukte transportiert. Seit 2024 steht das Schiff selbst unter Sanktionen.

Trackingdaten von MarineTraffic zufolge wurde der Tanker zuletzt am Montag vor der Küste Maltas in der Nähe Siziliens geortet.

Die maltesischen Streitkräfte erklärten, sie hätten einen Notruf des Schiffes empfangen, dessen Position ermittelt und die Besatzung mithilfe eines Rettungsbootes geborgen.

Informierten Quellen, die von der "Times of Malta" zitiert wurden, zufolge ist es unwahrscheinlich, dass der Vorfall Umweltschäden in Malta verursacht hat, da das Schiff offenbar ausschließlich Flüssigerdgas transportierte.

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