Laut Moskau hat die Ukraine den LNG-Tanker angegriffen. Das Schiff hatte Murmansk in Russland mit einer Ladung Flüssiggas verlassen. Nach einem Brand ist die Arctic Metagaz vor Libyen gesunken.
Ein mit Flüssiggas - kurz LNG - beladener russischer Tanker, die "Arctic Metagaz", ist vor der Küste Libyens gesunken. Moskau macht eine ukrainische Marinedrohne für den Untergang des Schiffs verantwortlich. Der Angriff auf die Arctic Metagaz wurde laut dem russischen Verkehrsministerium "von der libyschen Küste aus gestartet".
Alle 30 Besatzungsmitglieder des nördlich von Sirte in Libyen im Mittelmeer gesunkenen Tankers seien wohlauf.
Die Crew hatte in der Nacht auf Mittwoch einen Notruf abgesetzt.
Das russische Schiff stand zunächst in Flammen. Das zeigen Bilder auf X, und griechische Medien berichteten über das brennende Schiff.
Die Berichte gehen davon aus, dass die "Arctic Metagaz" zur sogenannten russischen Schattenflotte gehört, die von den USA und Europa sanktionierte Brennstoffe von Russland ins Ausland transportiert. Nach Angaben von Marine Traffic war der Tanker unter russischer Flagge mit dem Ziel Port Said in Ägypten unterwegs.
Die Echtheit des Videos konnte zunächst nicht unabhängig überprüft werden, aber es gibt keine Berichte über vorhergehende ähnliche Vorfälle in diesem Gebiet, so Gcaptain, ein auf den Seeverkehr spezialisiertes Online-Magazin.
Ukraine hat bereits zuvor Seedrohnen eingesetzt
Ein Vertreter der Diaplous-Gruppe, einem in Griechenland ansässigen Unternehmen für Sicherheit und Risikomanagement im Seeverkehr, sagte dem Magazin: "Wir können bestätigen, dass sich der Vorfall ereignet hat, aber wir haben im Moment keine weiteren Details".
Bei der Arctic Metagaz handelt es sich um einen Frachter, der laut Vessel Finder 2003 gebaut wurde und seit 2024 unter Sanktionen steht. Das Schiff lief am 24. Februar aus Murmansk in Russland aus und umfuhr das Vereinigte Königreich und Spanien in Richtung Mittelmeer nach Angaben von Vesselfinder.com.
Schon kurz nach dem Brand wurde spekuliert, dass es sich um einen ukrainischen Angriff handeln könnte.
Die Ukraine hat bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass sie in der Lage ist, russische Marine- und Logistikeinrichtungen weit über das Schwarze Meer hinaus anzugreifen.
So wurde im vergangenen Dezember die Qendil, ein unter omanischer Flagge fahrendes Schiff der "Schattenflotte" nach Angaben ukrainischer Medien und maritimer Sicherheitsunternehmen zwischen Kreta und Malta getroffen.
Zu Beginn des Ukraine-Krieges war im April 2022 das russische Kriegsschiff Moskwa nach dem Angriff durch eine Drohne der ukrainischen Armee gesunken. Der Untergang des Flaggschiffs der russischen Schwarzmeerflotte galt als enormer Prestigeverlust für Präsident Wladimir Putin.