Das Pentagon teilte mit, ein Schiff beschlagnahmt zu haben, das mit Ölschmuggel in Verbindung gebracht wird und gegen das Washington Sanktionen verhängt hat. Es ist bereits das achte Schiff, das die Trump-Regierung in den vergangenen Monaten abgefangen hat.
Das US-Militär hat im Indischen Ozean einen weiteren Öltanker gestoppt, der mutmaßlich in Verbindung mit Venezuela steht.
Der Einsatz erfolgte nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums im Rahmen der von Präsident Donald Trump gegen Caracas verhängten Quarantäne.
"Wenn wir von Quarantäne sprechen, dann meinen wir das auch so. Nichts wird das Verteidigungsministerium davon abhalten, unser Land zu schützen, selbst in Ozeanen auf der anderen Seite der Welt", begründete das Pentagon in einem Beitrag auf X. "US-Truppen haben die Aquila II die ganze Nacht über ohne Zwischenfälle inspiziert, gestoppt und geentert."
Weiter teilte das Verteidigungsministerium mit, das US-Militär habe eine "maritime Abriegelung mit Besuchsrecht" durchgeführt.
"Die Aquila II operierte unter Missachtung der von Präsident Trump verhängten Quarantäne für sanktionierte Schiffe in der Karibik. Sie versuchte zu fliehen, wir haben sie verfolgt", hieß es. "Keine andere Nation auf der Erde ist in der Lage, ihren Willen gleichermaßen an Land, auf See und in der Luft durchzusetzen. Unsere Streitkräfte werden sie finden und zur Rechenschaft ziehen. Ihnen wird der Treibstoff ausgehen, lange bevor sie uns entkommen", so das Pentagon.
War der Tanker Teil der "Schattenflotte"?
Das Pentagon ließ offen, ob der Tanker in direkter Verbindung zu Venezuela steht. Washington hat Energiesanktionen gegen Venezuela verhängt und beschuldigt die Regierung in Caracas, Rohöl über Schiffe unter falscher Flagge zu exportieren.
Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, war die Aquila II eines von mindestens 16 Tankschiffen, die im vergangenen Monat die venezolanische Küste verließen. Nach Angaben von Samir Madani von TankerTrackers.com erfolgte dies kurz nach der Festnahme von Nicolás Maduro.
Nach Angaben, die das Schiff selbst am Montag übermittelte, hatte die Aquila II zum Zeitpunkt des Stopps jedoch kein Rohöl geladen.
Der Tanker gehört zu einem in Hongkong registrierten Unternehmen und war nach Daten der Schiffsverfolgung über weite Teile des vergangenen Jahres ohne eingeschalteten Transponder unterwegs.
Diese als "Dark Sailing" bekannte Praxis gilt als typisch für Schmugglernetzwerke, mit denen der Aufenthaltsort von Schiffen verschleiert werden soll.
Washington bestätigte eine Beschlagnahmung des Tankers nicht. Die USA haben allerdings bereits mindestens sieben sanktionierte Schiffe mit mutmaßlichen Verbindungen zu Venezuela festgesetzt.
Seit der Verhaftung von Nicolás Maduro hat die Trump-Regierung den Druck auf Venezuelas Ölproduktion und den Vertrieb weiter erhöht und zugleich Maßnahmen verschärft, um Rohöllieferungen nach Kuba, einem weiteren regionalen Verbündeten unter US-Sanktionen, einzudämmen.