Kurz vor Ostern steigen die Preise für Eier in Deutschland spürbar an. Die Kombination aus erhöhter Nachfrage, Engpässen in der Produktion und gestiegenen Kosten führt dazu, dass Verbraucher mehr für ihre Eier bezahlen müssen. Gastronomie, Lebensmittelindustrie und Haushalte spüren die Auswirkungen.
Verbrauchern sollte es in letzter Zeit aufgefallen sein: Eier waren in Supermärkten zuletzt zeitweise knapp, manche Sorten fehlten, die Auswahl war eingeschränkt.
Ein Grund dafür ist, dass das Ostergeschäft im April bereits jetzt für zusätzliche Nachfrage sorgt: Die Lebensmittelindustrie bestellt größere Mengen, etwa für gefärbte und gekochte Ostereier.
Zu wenig Hennen wegen Vogelgrippe-Keulungen
Auch die Vogelgrippe stelle weiterhin eine Herausforderung dar, deswegen "arbeite man eng mit Lieferanten zusammen, um die Versorgung zu sichern, so eine Sprecherin der Rewe Gruppe, hinter Edeka einer der größten Player im deutschen Markt.
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland aufgrund der Vogelgrippe mehrere Hunderttausend Tiere gekeult. Der Wiederaufbau der Bestände zieht sich jedoch hin. Besonders Gastronomie und Lebensmittelindustrie spüren die Knappheit, weil der Handel bei der Belieferung mit Eiern Vorrang hat.
Eier: Beliebtes Nahrungsmittel der Deutschen
Insgesamt steigt der Eierkonsum in Deutschland. Zuletzt erhöhte sich der durchschnittliche Jahresverbrauch pro Kopf von 239 auf 249 Eier, so die vorläufigen Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL).
Das war ein Rekordwert.
Laut Marktinfo Eier und Geflügel, demfachlichen Informationsdienst für die Eier- und Geflügelwirtschaft in Deutschland, ist die Produktion im Jahr 2025 zwar um rund 0,5 Prozent gestiegen, die Nachfrage wuchs jedoch noch stärker.
Im vergangenen Jahr zahlten Verbraucher im Durchschnitt 2,02 Euro für eine 10er-Packung Eier aus Bodenhaltung. Aktuell kostet die günstigste Packung vielerorts etwa 2,49 Euro.
Neben dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage treiben Experten zufolge auch höhere Löhne, steigende Mautgebühren und Energiekosten die Preise nach oben.
Deutschland kann seinen Eierbedarf nur teilweise selbst decken: 2024 lag der Selbstversorgungsgrad bei knapp über 70 Prozent. Wichtigstes Lieferland für Schaleneier waren die Niederlande, die insgesamt 76 Prozent der Importe stellten.
Deutschland steht übrigens nicht allein da - in den USA sind die Eierpreise in den letzten Jahren noch viel massiver gestiegen.
Auch dort waren Keulungen nach Vogelgrippe‑Ausbrüchen, Produktionsverluste und nachfolgende Preisreaktionen auf dem Markt die Ursache.
Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums starben allein im November und Dezember 2024 etwa 17,2 Millionen Legehennen während der Keulungen – das entspricht fast der Hälfte der Gesamtverluste im Jahr: In den übrigen Monaten 2024 wurden insgesamt noch einmal etwa genauso viele Tiere gekeult, sodass die Gesamtverluste etwa 34–35 Millionen Hühner betrugen.
Im Dezember 2024 kostete ein Dutzend Eier dort durchschnittlich 4,15 Dollar, ein Plus von 36,8 % gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich stiegen die Lebensmittelpreise insgesamt nur um 2,5 %, berichtet das US Bureau of Labor Statistics.
Tatsache ist: Sowohl in Deutschland als auch den USA ist beispielsweise ein Steak (zu Recht) mindestens 2–3 Mal teurer als 10 Eier. Für eine Familie mit mehreren Personen bedeutet das einen erheblichen Unterschied. Sicher ist auch das ein Grund für die steigende Beliebtheit von Hühnereiern in Deutschland.