Die Bundesanwaltschaft hat einen weiteren Verdächtigen im Zusammenhang mit mutmaßlichen Waffenlieferungen für die islamistische Hamas festnehmen lassen. Der Mann wurde am Flughafen Larnaka in Zypern gefasst, außerdem durchsuchten Ermittler seine Wohnung in Berlin.
Im Zusammenhang mit mutmaßlichen Waffenbeschaffungen für die islamistische Terrororganisation Hamas ist ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden, wie die Bundesanwaltschaft am Montag mitteilte.
Demnach wurde der im Libanon geborene Kamel M. bereits am Abend des 6. März am Flughafen Larnaka in Zypern bei seiner Einreise aus dem Libanon festgenommen. Grundlage war ein europäischer Haftbefehl, der vom Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof am 6. Februar erlassen wurde. Der Beschuldigte soll nach seiner Überstellung nach Deutschland dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Dieser wird über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden.
Zwei Tage später, am 8. März, durchsuchten Ermittler des Bundeskriminalamts die Wohnung des Beschuldigten in Berlin.
Die Bundesanwaltschaft wirft Kamel M. die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, der Hamas, vor. Konkret geht es auch um eine mutmaßliche Lieferung von Munition im August 2025. Laut dem Haftbefehl soll der Beschuldigte über den bereits gesondert verfolgten Mohammad S. rund 300 scharfe Patronen an Abed Al G. weitergegeben haben. Dieser habe die Munition kurz darauf an Mohammed A. übergeben, der sie weitertransportieren sollte.
Nach Einschätzung der Ermittler sollte die Munition der Vorbereitung möglicher Mordanschläge der Hamas auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa dienen.
Verbindungen zu vergangenen Festnahmen
Bereits in den vergangenen Monaten wurden mehrere mutmaßliche Anhänger der Hamas festgenommen, wie beispielsweise am Flughafen BER in Berlin im Januar. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, wurde der 36-jährige Mohammad S. kurz nach seiner Ankunft aus Beirut verhaftet.
Auch ihm wird vorgeworfen, der terroristischen Vereinigung Hamas anzugehören und im August 2025 rund 300 Schuss Munition beschafft zu haben. Nach Einschätzung der Ermittler sollten auch diese für Anschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa genutzt werden. Der Verdächtige soll dabei mit Abed Al G. zusammengearbeitet haben. Dieser gehört zu drei Männern, die bereits im Oktober 2025 in Berlin festgenommen wurden.
Ermittler stellten damals unter anderem ein Sturmgewehr vom Typ AK-47, mehrere Pistolen und Munition sicher.