Am Flughafen Berlin Brandenburg ist ein 36-jähriger Mann festgenommen worden, der Waffen für die Hamas beschafft haben soll. Ermittler sehen Verbindungen zu einer bereits im Oktober aufgedeckten Terrorzelle, die Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Deutschland geplant haben soll.
Die Bundesanwaltschaft hat am Freitag ein mutmaßliches Mitglied der Hamas festnehmen lassen. Nach Informationen des SPIEGEL verhafteten Einsatzkräfte der Polizei gegen 23 Uhr am Flughafen Berlin Brandenburg den 36-jährigen Mohammad S., der kurz zuvor aus Beirut gelandet war.
Ihm wird laut Angaben des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof (GBA) vorgeworfen, der terroristischen Vereinigung Hamas anzugehören.
Zudem soll er im August 2025 rund 300 Schuss Munition beschafft haben. Nach Einschätzung der Ermittler diente dies der Vorbereitung von Anschlägen der Hamas auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern.
Verbindung zu Festnahmen im Oktober 2025
Der Verdächtige steht in Verbindung mit Abed Al G., mit dem er laut Ermittlern in Absprache Waffen beschafft haben soll.
Abed Al G. ist einer von drei Männern, die bereits im Oktober vergangenen Jahres in Berlin festgenommen wurden. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass sie Mitglieder und sogenannte Auslandsoperateure der palästinensischen Terrororganisation Hamas sind.
Zwei von ihnen wurden zuvor bereits wochenlang vom Bundesamt für Verfassungsschutz observiert worden. Als kurzfristig eine Waffenübergabe vereinbart wurde, entschieden sich Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt damals dafür, einzuschreiten.
Dabei stellten die Ermittler ein Sturmgewehr vom Typ AK-47, mehrere Pistolen und eine größere Menge Munition sicher. Nach Überzeugung der Ermittler sollten die Waffen für Anschläge auf jüdische oder israelische Einrichtungen in Deutschland eingesetzt werden.
Den Anschlagsplan sollen sie bereits im Sommer vorbereitet haben – mutmaßlich unter Beteiligung des am Freitag festgenommenen Mohammad S. Dieser soll nun aus Berlin nach Karlsruhe gebracht und noch am Samstag einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.